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Audi
05.04.2022

Abgas-Skandal: Audi-Betriebsratsvorsitzender sagt im Prozess aus

Der Strafprozess zum Audi-Abgas-Skandal wir noch lange dauern.
Foto: Frank Rumpenhorst, dpa

Im Strafprozess, in dem sich auch Ex-Audi-Chef Rupert Stadler verantworten muss, wurde der Audi-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch befragt. Zahlreiche Zeugen werden folgen.

Am Dienstag war im Strafprozess zum Abgas-Skandal der langjährige Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Audi AG, Peter Mosch, in den Zeugenstand geladen. Was der 50-Jährige zu sagen hat, interessiert die 5. Strafkammer des Landgerichts München II weniger, weil Mosch der oberste Arbeitnehmervertreter ist, sondern vor allem, weil er seit 2000 im Audi-Aufsichtsrat ist. Also jenem Gremium, das den Vorstand kontrolliert. Seit 2006 ist Mosch zudem auch im VW-Aufsichtsrat. Und diesen beiden Gremien berichtete die von Volkswagen mit der Aufklärung des Skandals beauftragte Kanzlei Jones Day regelmäßig.

Peter Mosch ist seit 2006 Gesamtbetriebsratsvorsitzender. Im selben Jahr wurde Stadler Vorstandsvorsitzender in Ingolstadt. Nun sollte Mosch dem Gericht mit seiner Aussage helfen zu klären, was dran ist an den gegenüber Stadler erhobenen Vorwürfen der Staatsanwaltschaft München II.

Wer wusste wann was in Sachen Schummelsoftware?

Der frühere Herr der Ringe, die Ingenieure Giovanni P. und Henning L. sowie der ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung, Wolfgang Hatz, müssen sich wegen Betrugs, mittelbarer Falschbeurkundung und strafbarer Werbung verantworten.

Die drei Ingenieure P., L. und Hatz sollen zusammen dafür gesorgt haben, dass ab 2009 verkaufte Dieselmotoren die Grenzwerte mit Schummel-Software auf dem Prüfstand einhalten, auf der Straße aber mehr Abgase rausblasen als erlaubt. Es geht dabei laut Anklage um mehrere hunderttausend Autos, die auf dem nordamerikanischen Markt und in Europa ihre Käufer fanden. Stadler indes soll erst 2015 von den Manipulationen erfahren und den Verkauf betroffener Autos – in Europa – aber nicht verhindert haben.

Prozess ist im Hochsicherheitssaal der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim

In dem Prozess geht es für den Vorsitzenden Richter Stefan Weickert und seine Kammer vor allem darum, herauszufinden, wer auf welcher Ebene wie in den Skandal involviert gewesen sein könnte. Denn während die beiden früheren Top-Manager Stadler und Hatz die gegen sie erhobenen Vorwürfe vehement zurückweisen, sind P. und L. überwiegend geständig. Einer von P.’s Verteidigern, Walter Lechner, hatte in seinem Eröffnungsstatement gesagt, nicht sein Mandant, sondern Audi gehöre auf die Anklagebank. P. habe auf Weisung von oben gehandelt. Insofern stellt sich an den über 100 Prozesstagen im Hochsicherheitssaal des Gerichts, der quasi im Keller der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim liegt, die ewige Frage: Wussten die Chefs tatsächlich etwas? Und falls ja, wann?

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In diesem Kontext steht auch die Befragung des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden und Aufsichtsrats Mosch. An insgesamt rund 90 Sitzungen der Aufsichtsräte von Audi und Volkswagen habe er teilgenommen, seit er im September 2015 erstmals gehört habe, wie der damalige VW-Chef Martin Winterkorn am Rande der damaligen Internationalen Automobilausstellung ein Interview gegeben habe, in dem es um Verfehlungen gegangen sei, die VW in den USA gemacht haben soll. Da hätten er, so Mosch, und seine Arbeitnehmervertreter-Kollegen sich natürlich gefragt, was damit gemeint gewesen sein könne.

Nach Peter Mosch werden noch viele weitere Zeugen gehört

Das wurde dann im Laufe der Jahre immer deutlicher. Allerdings konnte Mosch sich – konfrontiert mit Details, Sätzen und Mitschriften aus diversen Aufsichtsratsprotokollen und weiteren der mannigfaltigen Gremien des VW-Reichs und mit dem zeitlichen Abstand – an vielen Stellen nicht erinnern, wie er auf Nachfrage des Gerichts sagte. Um Antworten auf die Fragen zu finden, wer was wann von den Angeklagten wusste, werden noch zahlreiche weitere der geladenen Zeugen gehört werden müssen.

Auf die Frage hin, ob ihm etwas bekannt geworden sei, dass die vom VW-Aufsichtsrat mit der Aufklärung des Abgas-Skandals beauftragte Anwaltskanzlei Jones Day den Vorstand habe heraushalten sollen, sagte Mosch, dazu sei ihm nichts bekannt. Er wisse nur von einem allgemeinen Auftrag und habe darüber hinaus das Gefühl, dass detailliert ermittelt wurde.

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