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Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach unterstützt streikende Apotheker

Apotheken

Weshalb die Apotheker am Montag streiken

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    Die Apothekerschaft in Bayern protestiert gegen ausbleibende Honorarerhöhungen.
    Die Apothekerschaft in Bayern protestiert gegen ausbleibende Honorarerhöhungen. Foto: Marijan Murat, dpa

    Zahlreiche Apotheken sollen am Montag bundesweit geschlossen bleiben. In München, Berlin, Düsseldorf und Hannover finden große Kundgebungen statt. Apothekerinnen, Apotheker und ihre Mitarbeiter fordern eine bessere Vergütung:  „Die Apothekenteams mit ihren mehr als 160.000 Beschäftigten setzen sich für ein Ende der chronischen Unterfinanzierung der Apotheken ein und kämpfen für eine sofortige Erhöhung des Apothekenhonorars“, heißt es bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, kurz ABDA. Hintergrund ist auch die sinkende Zahl an Apotheken im Land.

    Im Kern geht es um das Fixum, eine Pauschale, die pro abgegebener Packung an verschreibungspflichtigen Medikamenten bezahlt wird. Es beträgt derzeit 8,35 Euro netto und ist laut ABDA seit 2013 nicht erhöht worden. Damals betrug das Plus 25 Cent. Die Betriebskosten hätten im selben Zeitraum um 65 Prozent zugelegt, kritisiert ABDA-Präsident Thomas Preis. Für betroffene Kunden stehen rund 1000 Notdienstapotheken bereit. Es zeichnet sich aber ab, dass nicht alle Apotheken flächendeckend am Protest teilnehmen.

    Rote Zahlen: Ein Viertel der Apotheken mit prekären Ergebnissen

    Die Zeiten, in denen eine Apotheke fast automatisch zu einem guten Einkommen führt, scheinen vorbei zu sein. Laut Zahlen des Bundesverbandes betrug der durchschnittliche Umsatz pro Apotheke im Jahr 2024 rund 3,7 Millionen Euro ohne Mehrwertsteuer. Dem stehen Kosten unter anderem für Personal und den Betrieb gegenüber. Unter dem Strich schrieben 6,5 Prozent der Apotheken rote Zahlen. Weitere 19,3 Prozent hatten Ergebnisse, die dauerhaft kaum tragfähig sind. Damit befand sich rund ein Viertel der Apotheken in einer schwierigen Situation. Dazu passt, dass die Zahl der Apotheken rückläufig ist.

    Setzt sich für die Apotheken im Land ein:  „Es braucht bundesweit dringend eine angemessene Anpassung der Vergütung“, sagt Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach, CSU.
    Setzt sich für die Apotheken im Land ein:  „Es braucht bundesweit dringend eine angemessene Anpassung der Vergütung“, sagt Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach, CSU. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Bayern verlor in den vergangenen zehn Jahren über 500 Apotheken. Gab es 2013 noch 3304 Apotheken im Freistaat, waren es 2024 noch 2768. Apotheker weisen darauf hin, dass sie mit Notdiensten auch nachts bereitstehen, während die wachsende Konkurrenz durch Online-Apotheken diesen Service nicht bietet. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) arbeitet deshalb an einer Apothekenreform.

    Bund plant Apothekenreform

    Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD versprochen, das Fixum pro Packung auf 9,50 Euro anzuheben. Die Apotheker kritisieren, dass bisher nichts passiert ist. Der Reform zufolge sollen die Apotheken auch weitere Dienstleistungen anbieten können, unter anderem Impfungen. Umstritten ist der Plan, dass pharmazeutisch-technische Assistentinnen und Assistenten (PTA) mit einer Weiterbildung zeitweise den Apotheker vertreten dürfen.

    Unterstützung kommt von Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU): Sie setzt sich für eine rasche Verbesserung der Honorare für Vor-Ort-Apotheken ein. „Es braucht bundesweit dringend eine angemessene Anpassung der Vergütung“, sagte Gerlach unserer Redaktion. „Das ist der wichtigste Hebel, um das Apothekensterben zu stoppen.“

    Seit der letzten Fixums-Erhöhung 2013 hätten von den damals rund 20.000 Apotheken in Deutschland über 4000 geschlossen, warnt Gerlach. „Alleine 2025 waren es rund 502 Apothekenschließungen - bei nur 62 Neueröffnungen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend“, sagt sie. „Eine angemessene Vergütung ist auch erforderlich, damit die öffentlichen Apotheken die vom Bund angedachte Erweiterung der Präventionsangebote umsetzen können.“

    Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach: „Keine Apotheke ohne Apotheker“

    Die Pläne, dass Assistenten einen Apotheker in einer Filiale vertreten können sollen, lehnt Gerlach allerdings ab: „Bayern hält an dem Grundsatz ‚keine Apotheke ohne Apothekerin oder Apotheker‘ fest“, sagt sie. „Die vom Bund trotz Widerspruch des Bundesrats weiterhin vorgesehene Erprobung einer PTA-Vertretung wird dem Mangel an Apothekerinnen und Apothekern, die in öffentlichen Apotheken arbeiten wollen, nicht abhelfen.“

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