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Bedrohter Wohlstand: Jetzt rächt sich die Geldschwemme der EZB

Kommentar Von Michael Kerler
04.04.2022

Angefacht durch den Krieg in der Ukraine springt die Inflation auf 7,3 Prozent. Das macht die meisten Bürger ärmer, hat aber klare Wurzeln.

Häufig hieß es in den letzten Jahren, die Deutschen wären so reich wie nie. Zuletzt hatten sie die Rekordsumme von 7399 Milliarden (!) Euro auf die hohe Kante gelegt. Doch der Wohlstand ist zum Teil eine Illusion. Verglichen mit dem Krieg und dem Leid in der Ukraine sind es zwar kleine Probleme, 7,3 Prozent Inflation werden aber an den Bürgerinnen und Bürger hierzulande nicht spurlos vorübergehen. Das wird jeder Einkauf schmerzlich zeigen. Rücklagen sind durch die Geldentwertung weniger wert, klassische Ersparnisse in Form von Spar-, Tagesgeld- oder Festgeldkonten zur Altersvorsorge verlieren an Kaufkraft. Die satten Jahre könnten erst einmal vorbei sein.

Video: dpa

Zu lange haben die Europäische Zentralbank und zu viele Fachleute die Menschen beruhigt, dass sich die Inflation nach der Corona-Krise schon wieder einrenkt. Mit dem Ukraine-Krieg konnten sie nur schwer rechnen, ja. Der von Russland begonnene Krieg legt aber auf bittere Weise offen, dass die Politik des billigen Geldes zum Problem geworden ist. Mit Geld allein – sei es vom Staat, sei es von der Notenbank – lassen sich nicht alle Probleme zukleistern.

Wenn die EZB nicht schnell gegensteuert und einen ersten Schritt der Zinserhöhung wagt, verliert sie alle Glaubwürdigkeit. Das Inflationsziel von 2 Prozent dürfte noch über lange Zeit hinweg überschritten werden.

Wasserstoff, Ökostrom, Vorprodukte, Lebensmittel: Endlich die Realwirtschaft stärken

Vor allem aber wird es wichtig, die realen Wirtschaft wieder in Tritt zu bringen. Das heißt zum Beispiel, den Ökostrom oder den berühmten grünen Wasserstoff zu erzeugen, von denen häufig derzeit häufig die Rede ist, wenn es um de Energieversorgung der Zukunft geht. Beide fehlen in unterschiedlichem Maße. Grünen Strom gibt es zu wenig, grünen Wasserstoff praktisch noch gar nicht. Knappheiten gibt es auch bei Lebensmitteln (wenn auch eher weltweit), bei Vorprodukten, ja selbst bei Fachkräften.

Den Weg für die Beseitigung der Engpässe zu ebnen, wird die mühsamere Aufgabe für die Regierung.

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Die Diskussion ist geschlossen.

03.04.2022

Die hohen Energiepreise hat die Merkel- und jetzige Regierung zu verantworten. Da hilft es auch nicht, wenn der Habeck von sparen schwärmt, wo soll den noch gespart werden. Zum Fenster heizt schon lange keiner mehr raus. Die Produzenten können nur sparen, wenn sie die Produktion zurück fahren, dann fehlts an allen Ecken, aber so ist es wohl gewollt? Bestellt, wie gewählt.

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03.04.2022

Die Realwirtschaft braucht Energie, und zwar heute. Dabei ist es völlig egal welche Farbe diese Energie hat.

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02.04.2022

Ich bin ja beim Kommentator, die Realwirtschaft zu stärken.
Aber dann kommt die Geschichte vom „grünen Wasserstoff“. Daran ist nichts, aber auch gar nichts „real“.
Unseren Journalisten stürzt gerade die ganze schöne Traumwelt zusammen. Da fällt keinen auf, dass er noch vor wenigen Monaten der EZB nach dem Mund geredet und jeden als Hetzer abgetan wurde, der anderer Meinung war. Vielleicht doch erst mal ein paar Wochen nachdenken und erst dann kommentieren

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02.04.2022

Wenn an dieser Stelle die verantwortungslose Flüchtlings- und Euro-Rettungspolitik kritisiert wurde, dann waren Sie doch der Erste, der von "Ewig-Gestrigen" schwadroniert hat. Jetzt geht es daran, die Suppe auszulöffeln und jetzt sind Sie der Erste, der ins Büßergewand schlüpfen sollte.

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02.04.2022

Daß Zinserhöhungen eine große Wirkung bzgl. der Inflation haben ist ein Ammenmärchen. Aktuell kann man es am Beispiel der USA sehen: Zinserhöhungen durchgeführt => Inflationsrate bei ungefähr 7%. Alles was Deutschland benötigt ist auf dem Weltmarkt kaufbar. Man sollte halt nicht zu wählerisch sein und moralische Rosinenpickerei lassen.

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02.04.2022

Die starke Erhöhung der Energiepreise kommt aus dem Ausland. Die Kohle-, Öl- und Gas-Nachfrage ist weltweit stetig steigend. Asiatische Länder sind auf Wachstumskurs, das sieht man daran, wohin das Flüssiggas derzeit hauptsächlich geliefert wird, nach Asien. Die europäische Nabelschau ist lächerlich. Das Geld, das die EZB zur Stützung der Wirtschaft in die Eurozone gepumpt hat, hat nichts mit der derzeitigen Inflation zu tun, die heutige Inflation kommt vom Ausland mittels der Energie-Lieferanten. Die EZB hat segensreich nach der Finanzkrise 2008, nach der Euro-Krise 2010 und zusammen mit der Corona-Krise 2020/21 die Ökonomie vor einem dramatischen Absturz bewahrt. Die Klage an die EZB kommt mir so vor wie die Klage verzogener Kinder, die stets von Mutti das Optimale wollen, selbst aber kaum etwas leisten wollen. An die Reform-Verweigerer der EU sei hierbei gedacht.

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02.04.2022

"Die satten Jahre könnten erst einmal vorbei sein."

Natürlich primär für den Bevölkerungsteil, der zum Bestreiten seines Lebensunterhaltes auf die eigene Arbeitskraft bzw. auf seine lächerliche deutsche Altersrente angewiesen ist.
Weshalb es höchste Zeit ist, dass auch die relative Ruhe auf Deutschlands Straßen zu Ende geht . . .

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02.04.2022

"Grünen Strom gibt es zu wenig, grünen Wasserstoff praktisch noch gar nicht."

Die Energieknappheit ist politisch gewollt und führt seit Jahren zu einer Kostenexplosion. Durch immer neue Belastungen im Energiesektor sind die Preise für den Verbraucher immer weiter geklettert. Fast alles was produziert wird ist energieabhängig. Darum gibt es nicht wenige Ökonomen, die von der "grünen Inflation" sprechen.

Das Barrel Öl Marke Brent kostet heute genauso viel wie 2011. Ohne Steuern und Abgaben würde der Liter Benzin 90ct. kosten. So viel zu den Krokodilstränen der Politiker...

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