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Das Heizungsgesetz soll abgeschafft werden: Es wird eine Modernisierung geben müssen

Kommentar

Reform am Heizungsgesetz: An modernen Heizungen führt trotzdem kein Weg vorbei

Michael Kerler
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    Noch dominieren Öl- und Gasheizungen im Gebäudebestand. Und auch wenn die Bundesregierung das Heizungsgesetz überarbeitet, wird es eine Modernisierung geben müssen.
    Noch dominieren Öl- und Gasheizungen im Gebäudebestand. Und auch wenn die Bundesregierung das Heizungsgesetz überarbeitet, wird es eine Modernisierung geben müssen. Foto: Armin Weigel, dpa

    Will man eine Liste der größten Debakel der Ampelkoalition aufstellen, steht das Thema Heizungsgesetz hoch oben. Der seinerzeit durchgestochene Gesetzentwurf, dass neue Heizungen künftig zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, hat viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer überrumpelt. Zu viel war anfangs unklar: Kann ich auf Fernwärme umstellen oder brauche ich eine Wärmepumpe? Was, wenn ich mein Haus sanieren muss? Gibt es überhaupt eine Förderung?

    Teilweise war die Verwirrung so groß, dass manche Betroffene glaubten, sie müssten ihre funktionierenden Heizungen rausreißen, was nicht stimmte. Bis Klarheit herrschte, war das Vertrauen zerstört. Robert Habeck hat sich aus der Politik verabschiedet, die neue schwarz-rote Bundesregierung hat versprochen, das Heizungsgesetz abzuschaffen, das eigentlich Gebäudeenergiegesetz heißt. Bis auf einen neuen Namen – Gebäudemodernisierungsgesetz – steht aber wenig fest. Die Bundesregierung muss rasch Klarheit schaffen, um das Verwirrspiel zu beenden. Die Zeit komplett zurückzudrehen, wird nicht funktionieren. An neuen Heizungen führt kein Weg vorbei.

    Eine einfache Rückkehr zu Öl- und Gasheizungen kann keine Lösung sein, denn die CO₂-Kosten steigen

    Im Januar sollen neue Vorschläge präsentiert werden. Eines ist klar: Eine einfache Rückkehr zu Öl- und Gasheizungen kann keine Lösung sein. Es würde bedeuten, alle Klimaschutzpläne an den Haken zu hängen. Eine Politik nach Vorbild der USA, die massiv auf Öl und Gas setzt, käme einem Scheitern der Umweltpolitik gleich. Noch fataler wäre es, unter dem Stichwort „Technologieoffenheit“, den Einbau klassischer Öl- und Gasheizungen zu forcieren. Denn geplant ist bisher, den Preis für CO₂-Emissionen anzuheben, der fossile Energieträger verteuert. Wer sich dann noch neue Öl- und Gaskessel einbaut, würde in eine Kostenfalle getrieben. Der gärenden Unzufriedenheit gegenüber der Politik würde Tür und Tor geöffnet.

    Bleibt die Regierung bei ihrem Versprechen einer technologieoffenen Lösung, müssten deshalb die Preise für die Brennstoffe in Zukunft bezahlbar sein. Die Branche stellt häufig neue, klimafreundliche Alternativen in Aussicht, darunter Biogas und Wasserstoff. Die Unsicherheit aber, ob eines Tages hinreichend Wasserstoff zum Heizen zu sinnvollen Preisen bereitstehen wird, ist aus gutem Grund noch immer groß. Ähnliches gilt für synthetisches, umweltfreundlich erzeugtes Heizöl.

    Das Hin und Her ist fatal für Hausbesitzer, Firmen, Handwerker

    Das Hin und Her beim Thema Heizen ist fatal für Hausbesitzer, die eine Investition für Jahrzehnte treffen. Und für Kommunen, die für viel Geld Fernwärmenetze planen oder verlegen. Die Union hadert mit der Vorgabe, mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien in neuen Heizungen einzusetzen. Die SPD hält daran fest. Es muss rasch Sicherheit und Planbarkeit zurückkommen. Zur Erinnerung: Habecks Ankündigungen hatten damals das Gegenteil erreicht, nämlich einen Run auf Gas- und Ölheizungen. Darüber waren weder die Heizungshersteller glücklich, die schon in neue Produkte investiert hatten, noch das Handwerk.

    Dieses Jahr 300.000 verkaufte Wärmepumpen: Sind die Bürger schon weiter?

    Die Bundesbürger scheinen inzwischen weiter zu sein als der Gesetzgeber selbst. In diesem Jahr waren Wärmepumpen mit rund 300.000 Geräten das meistverkaufte Heizsystem. Die Kosten sind häufig noch hoch, hier muss die Industrie ran. Politisch braucht es keinen neuen „Heiz-Hammer“, sondern eine pragmatische Lösung, die die Modernisierung fördert und bezahlbar ist.

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