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Zinsen
10.05.2022

ING schafft Negativzins größtenteils ab – ziehen andere Banken nach?

In Zukunft sind Privatkunden bei Banken wohl nicht mehr so oft bei Negativzinsen betroffen.
Foto: Fabian Sommer, dpa (Symbolbild)

ING Deutschland prescht voraus und schafft den Negativzins für die meisten Privatanleger ab. Ziehen die anderen Banken jetzt mit?

Am Dienstag sorgte ING Deutschland für einen Paukenschlag auf dem Finanzmarkt: Die Bank schafft nach eigenen Angaben die Negativzinsen für einen Großteil der Privatkunden ab. Konkret werden zum 1. Juli die Freibeträge für das Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten von 50.000 auf 500.000 Euro pro Konto angehoben. Für die Freibeträge wird kein Verwahrentgeld fällig.

In Deutschland stellt das Institut das drittgrößte nach der Deutshcen Bank und der Commerzbank dar. ING Deutschland hat mehr als neun Millionen Kunden.

ING Deutschland reagiert auf Zinsentwicklung und Inflation

Mit dem Schritt gibt ING die positive Zinsentwicklung, welche auf den Kapitalmärkten deutlich wird, an die Kundinnen und Kunden weiter. Die Bank könnte den Trend vorgeben, denn wegen der historischen Inflation nehmen Europas Währungshüter so langsam Kurs auf ein Ende der ultralockeren Geldpolitik der letzten Jahre.

Viele Ökonomen rechnen damit, dass Anfang Juli viele Banken nachziehen könnten. Die hohe Inflation und die steigenden Renditen von Staatsanleihen sind dafür Grund genug. Banken und Sparkassen dürften spätestens dann reagieren, wenn sich die EZB bewegt.

Video: dpa

Jede zweite Bank will Negativzinsen streichen

Laut der Recherche von Biallo erheben derzeit 582 Banken und Sparkassen in Deutschland für Privatkunden ein Verwahrentgelt. Bei Firmenkunden trifft es auf 599 Institute zu. In den meisten Fällen liegt der Strafzins bei 0,5 Prozent im Jahr. 22 Banken setzen diesen höher an.

Im Zuge der aktuellen Entwicklungen hat Biallo eine Umfrage gestartet, welche interessante Ergebnisse brachte. Demnach wollen die Hälfte der 30 großen Banken und Sparkassen das Verwahrentgeld streichen.

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Die VR Bank Kur- und Rheinpfalz, die Oldenburgische Landesbank (OLB) und die Volksbank Stendal haben unterdessen schon reagiert. Sie haben die Freibeträge deutlich angehoben, die von den Negativzinsen ausgeschlossen sind. Bei der OLB können können Privatkunden je nach Kontomodell zwischen 2,5 und fünf Millionen Euro auf dem Girokonto liegenlassen, ohne Negativzinsen zahlen zu müssen. Der Freibetrag hatte zuvor bei 500.000 Euro gelegen.

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