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Rente: Hohe Rente: Wie viele Rentner bekommen mehr als 3000 Euro Rente?

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Hohe Rente: Wie viele Rentner bekommen mehr als 3000 Euro Rente?

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    Von 3000 Euro Rente können die meisten Deutschen nur träumen, tatsächlich gibt es aber Personen, die das schaffen.
    Von 3000 Euro Rente können die meisten Deutschen nur träumen, tatsächlich gibt es aber Personen, die das schaffen. Foto: Boris Roessler, dpa (Symbolbild)

    Dass die Rente nicht mehr wirklich sicher ist, ist wohl ein offenes Geheimnis. Zwar zahlen viele Menschen ihr ganzes Arbeitsleben in die Rentenversicherung ein, bei vielen reicht das Geld im Alter dann aber nicht aus und eine Rentenlücke entsteht. Allerdings gibt es auch Personen in Deutschland, die mehr als 3000 Euro Rente pro Monat bekommen. Wie viele das sind und wie das möglich ist, erfahren Sie im Artikel.

    Wie viele Rentner haben über 3000 Euro Rente?

    Die Rentenhöhe wird grundsätzlich vor allem durch zwei Komponenten beeinflusst: den Verdienst und die Beitragsjahre zur Rentenversicherung. Wer später also im Ruhestand einmal viel Geld zur Verfügung haben will, sollte überdurchschnittlich verdienen und das mindestens 45 Jahre lang.

    Die Durchschnittsrente unterscheidet sich in Deutschland zwischen den alten und den neuen Bundesländern deutlich. So bekamen 2021 laut Deutscher Rentenversicherung männliche Versicherte, die 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben, in den alten Bundesländern durchschnittlich 1664 Euro. Bei den Frauen lag die Rente im Schnitt bei 1220 Euro pro Monat. In den neuen Bundesländern hingegen bekamen Rentner durchschnittlich 1350 Euro und Rentnerinnen 1286 Euro.

    Schon 2000 Euro Rente bekommen in Deutschland nicht viele Menschen, aber mehr als 3000 Euro Rente sind besonders selten. Wie dem Rentenversicherungsbericht 2022 zu entnehmen ist, haben das 50 Rentner geschafft. Laut Deutscher Rentenversicherung haben diese Personen aber auch 50 Jahre oder mehr in die Rentenkasse eingezahlt.

    Übrigens: Wer nie gearbeitet hat, der spürt das auch deutlich bei der Rente. Das betrifft auch Hausfrauen, allerdings erhalten sie zusätzlich Mütterrente, da die Kindererziehungszeit auf die Rente angerechnet werden kann.

    Wie schafft man 3000 Euro Rente pro Monat?

    Die Rente kann mit der Rentenformel berechnet werden:

    Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x Rentenfaktor = Rente pro Monat (brutto)

    Entgeltpunkte: Bei der Berechnung der Entgeltpunkte, auch Rentenpunkte genannt, wird das persönliche Jahreseinkommen durch das durchschnittliche Jahreseinkommen aller Versicherten in Deutschland geteilt. Derzeit beträgt es laut Deutscher Rentenversicherung 43.142 Euro brutto pro Jahr. Wer genau in diesem Schnitt liegt, bekommt pro Jahr einen Entgeltpunkt. Wer darunter liegt, weniger und wer darüber, mehr.

    Zugangsfaktor: Dabei handelt es sich um die Zu- und Abschläge bei der Rentenberechnung. Wer früher in Rente geht, muss Abschlägen in Kauf nehmen. Wer die Altersgrenze erreicht hat, aber erst später in Rente geht, bekommt Zuschläge. Das können rund 100 Euro pro Monat sein. Versicherte, die genau zum Zeitpunkt der Regelaltersgrenze in Rente gehen, haben den Wert 1,00.

    Aktueller Rentenwert: Der Rentenwert entspricht einem Entgeltpunkt. Im Juli gab es für Millionen Deutsche Änderungen bei der Rente und auch der Rentenwert ist gestiegen. Aktuell beträgt er laut Deutscher Rentenversicherung für West- und Ostdeutschland 37,60 Euro. (Stand: Juli 2023)

    Rentenfaktor: Beim Rentenfaktor kommt es auf die Art der Rente an. Altersrenten und Renten wegen voller Erwerbsminderung haben den Wert 1,0. Bei Renten wegen teilweiser Erwerbsminderung beträgt er 0,5.

    Eigentlich gilt die Faustregel: Je mehr man verdient, desto mehr Rente bekommt man auch. Allerdings ist die Rente in Deutschland durch die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. In Westdeutschland liegt diese 2023 bei 87.600 Euro pro Jahr, in Ostdeutschland bei 85.200 Euro. Wenn das Gehalt über die Grenze hinausgeht, dann müssen Versicherte für den Betrag, der darüber hinaus geht, keine Beiträge in die Rentenversicherung zahlen und das zählt dann auch nicht für die Berechnung der Rentenpunkte. Es können also pro Jahr im Westen maximal 2,03 Rentenpunkte gesammelt werden, im Osten sind es höchstens 1,97 Rentenpunkte. 

    Wer die Beitragsbemessungsgrenze also erreicht oder sogar übersteigt, verdient mindestens doppelt so viel wie der Durchschnitt aller Versicherten in Deutschland. Arbeitet jemand dann 45 Jahre lang, sammelt er insgesamt rund 90 Rentenpunkte.

    So kommt man mit gerundeten Rentenpunkten auf folgende Rechnung:

    90 x 1,00 x 37,60 x 1,0 = 3384 Euro

    Wer also genau 3000 Euro Rente haben möchte, müsste bei dem aktuellen Rentenwert 79,79 Rentenpunkte in seinem Arbeitsleben gesammelt haben. Damit man das in 45 Beitragsjahren schafft, muss ein Versicherter pro Jahr 1,77 Rentenpunkte schaffen. Und dafür müssen 6363,15 Euro pro Monat verdient werden.

    Übrigens: Auf die Rente müssen noch Steuern und Abgaben gezahlt werden und auch Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben, sonst drohen Strafen. Wie viel Rente man haben darf, ohne Steuern zu zahlen, lässt sich ermitteln. Die gute Nachricht: Die Doppelbesteuerung der Rente soll wegfallen. Davon sollten einige Rentner profitieren. Die Tabelle zeigt, wie viel Prozent der Rente versteuert werden muss. Wer von der Doppelbesteuerung der Rente betroffen ist, kann eine Rückzahlung beantragen.

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