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Tierforschung

19.11.2017

40 Tage bis zum Verhungern: Wie kleine Kegelrobben jagen lernen

Kegelrobben-Heuler müssen in der freien Wildbahn bereits im Alter von drei Wochen ohne ihre Mütter klar kommen.
Bild: Wolfgang Runge, dpa

Die Kindheit der Kegelrobben ist kurz. Nach drei Wochen Stillzeit müssen sie sich ihr Futter selbst erbeuten. Wie sie das lernen, haben britische Forscher nun verfolgt.

Kegelrobben haben keinen allzu gemütlichen Start ins Leben. Im Alter von nur drei Wochen werden sie von ihren Müttern verlassen und sind auf sich allein gestellt. Etwa 40 Tage haben sie Zeit, tauchen und jagen zu lernen - dann gehen ihnen die Energiereserven aus. Britische Forscher verfolgten die Lernfortschritte junger Kegelrobben nun mit Funksendern und fanden unter anderem heraus, dass männliche und weibliche Jungtiere anders vorgehen.

Die Forscher um Matt Carter von der Plymouth University hatten Daten von 52 Kegelrobben-Jungen aus Kolonien in Schottland und Wales ausgewertet. Ihre Ergebnisse stellen sie im Fachjourmal "Scientific Reports" vor. Die Länge der Tauchgänge, die Tauchtiefe und die Aufenthaltszeit am Meeresboden nahmen demnach im Verlauf von 40 Tagen immer mehr zu.

Weibliche Kegelrobben erreichen den Meeresboden häufiger

Die weiblichen Tiere erreichten den Meeresboden häufiger - und hatten damit bessere Chancen auf Futter, wie die Forscher vermuten. Die Weibchen aus den Waliser Kolonien tauchten zudem grundsätzlich lieber in flacheren Gewässern als ihre männlichen Artgenossen. Die Wissenschaftler fanden außerdem heraus, dass die Robben aus Schottland bis nach Norwegen schwimmen, die aus Westwales bis an die Nordküste Frankreichs. Einige blieben bis zu zwei Monate ununterbrochen im Wasser.

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Bild: Anne Wall

Die Studie schließe Lücken im Wissen über junge Kegelrobben und helfe dabei, besser zu verstehen, welche Lebensräume für die Entwicklung der Tiere wichtig sind. Das sei eine Voraussetzung dafür, sie besser schützen zu können.

"In dieser ersten Phase ihres Lebens sind die Jungtiere besonders gefährdet, und ihr Überleben ist für den Erhalt der Populationen ausschlaggebend", sagte Meeresforscherin Clare Embling von der Plymouth University. Die Tiere seien vielen Gefahren ausgesetzt, etwa durch die Fischerei oder durch zunehmenden Lärm unter Wasser. dpa/AZ

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