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Syphilis

04.12.2014

5000 Fälle: Zahl der Syphilis-Infizierten in Deutschland steigt.

Die Anzahl der Syphilis-Infektionen stieg 2013 auf 5000 an. Die Krankheit kann tödlich enden - ist jedoch selbst im Spätstadium noch gut behandelbar.
Bild: rangizzz/ Fotolia.com, Symbolbild

Syphilis-Infektionen nehmen seit Jahren stark zu. Die Krankheit ist gefährlich, denn sie bleibt oft unbemerkt. Wer aber die Symptome früh erkennt, kann bleibende Schäden verhindern.

Die Geschlechtskrankheit Syphilis schien in Deutschland lange unter Kontrolle zu sein. Doch schon seit 2009 nimmt die Anzahl der Syphilis-Infektionen in Deutschland stetig zu. Auch im letzten Jahr hat sich daran nichts geändert - Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin verzeichnete das Robert-Koch-Institut 2013 mehr als 5000 Meldungen. Noch 2009 waren nur 3000 Fälle gemeldet worden.

Syphilis-Infektionen werden oft zuspät bemerkt.

Syphilis wird meist durch ungeschützen Geschlechtsverkehr übertragen. Während die Infektionsrate bei Frauen ist seit Jahren ähnlich niedrig ist, steigt die Anzahl der erkrannten Männer deutlich an.

Eine Syphilis-Infektion ist besonders gefährlich, weil sie oft unbemerkt verläuft - und tödlich enden kann. Bei früher Diagnose jedoch, lässt sie sich erfolgreich behandeln, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.

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Die Krankheit durchläuft mehrere Stadien. Zu Beginn bildet sich an der Eintrittsstelle des Erregers nach neun bis neunzig Tagen zunächst ein Geschwür, das "harte Schanker" genannt wird. Dieses ist schmerzlos und heilt auch unbehandelt nach etwa zwei Wochen von selbst ab. "Der Primäraffekt der Syphilis bleibt häufig unbemerkt", so Professor Dr. med. h.c. Ulrich Fölsch von der DEGIM in einer Pressemitteilung. Nur ein Drittel aller Fälle werde im Erststadium erkannt.

Syphilis ist auch im Spätstadium gut behandelbar

In den nächsten sieben bis acht Wochen breiten sich die Syphiliserreger im Körper aus. Dadurch bildet sich ein Ausschlag auf der Haut; häufig am Rumpf und auf Handflächen und Fußsohlen. In diesem Stadium kann Syphilis manchmal auch ohne Behandlung von selbst ausheilen. "Bei gesunden Menschen gelingt es dem Immunsystem in etwa dreißig Prozent der Fälle, die Erreger vollständig zu beseitigen", erklärt Fölsch. Bei einem geschwächten Immunsystem, wie zum Beispiel bei einer gleichzeitigen HIV-Infektion, schreitet die Krankheit jedoch meistens fort: Auf der Haut erscheinen Flecken, es bilden sich Geschwüre.  Schließlich können auch Blutgefäße schwer von der Syphilis beschädigt werden. Auch Schäden an Herzklappen oder am Gehirn können vorkommen.

Selbst im Spätstadium ist Syphilis grundsätzlich vollkommen heilbar. Eine zweiwöchige Behandlung mit Penecillin beseitige alle Bakterien. "Einmal aufgetretene Schäden an den Blutgefäßen oder im Nervensystem bleiben aber bestehen", so Dr. Fölsch. "Deshalb ist es wichtig, dass die Erkrankung frühzeitig erkannt wird." Nach Stellung einer Diagnose, sei Syphilis gut behandelbar. AZ

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