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Wüste Sahara

12.04.2017

Bedrohen Mikroben in Saharastaub unsere Gesundheit?

Ein NASA-Satellitenfoto zeigt Wüstenstürme über der westlichen Sahara, die Sand vom afrikanischen Kontinent (r) bis zu den Kanarischen Inseln (l) wehen.
Bild: Fotoreport Nasa/ dpa Archiv

Immer wieder wird Saharastaub bis zu uns geweht - das sieht man dann zum Beispiel auf dem Auto oder an den Fenstern. Doch wie gefährlich ist der Wüstenstaub für uns?

Saharastaub wird regelmäßig bis nach Deutschland geweht. Am deutlichsten sieht man das dann an der feinen, rötlichen Schicht, die sich auf Autos oder Fenstern ablegt. Doch birgt der Staub eigentlich auch Gefahren? Immerhin transportiert er womöglich die verschiedensten Mikroben und Keime. Mit dieser Frage haben sich Forscher aus Österreich und Italien beschäftigt. Ihre Erkenntnisse wurden im Fachmagazin "Microbiome" verlöffentlicht.

Wie Saharastaub endlich erforscht werden konnte

Pathogene Mikroorganismen werden durch atmosphärische Bewegungen von Bodenpartikeln weltweit verbreitet. Das klingt zunächst kompliziert, bedeutet aber am konkreten Beispiel einfach nur, dass Wüstenstürme etwa Saharastaub über Kontinente hinweg bewegen können und so Mikroben auf der ganzen Welt verteilen. Normalerweise kommen Forscher aber kaum dazu, den Saharastaub ausführlich auf Mikroorganismen zu untersuchen.

Ein Glücksfall für die Wissenschaftler war das größte Saharastaub-Ereignis, das je in Italien aufgezeichnet wurde, im Winter 2014. Weil der Wind den Wüstenstaub auf den Dolomiten ablegte, wurde er in staubfreien Schneeschichten eingeschlossen. So hatten die Wissenschaftler die Möglichkeit, heimische Mikroben von denen in Saharastaub zu unterscheiden und herauszufinden, welche Mikroorganismen dadurch nach Europa transportiert wurden.

Sahara: Mikroben aus Wüstensand können uns gefährlich werden

Dabei stellten die Forscher fest, dass Sandstürme in Saharastaub nicht nur Bruchteile, sogar ganze Mikrobenstämme weit weg von ihrem Ursprungsort tragen können. Darin sind einige der resistentesten Organismen auf der Erde enthalten, darunter auch äußerst zerstörerische Pilz- und Bakterienarten. Wenn der Schnee schmilzt, werden sich diese Mikrobenstämme aus Saharastaub auf italienischem Boden ablegen und das dortige Ökosystem beeinflussen.

Die Wissenschaftler kommen deshalb zu dem Schluss, dass meteorologische Ereignisse wie Wüstenstürme, die Saharastaub zu uns wehen, eine Bedrohung für das Ökosystem und die Gesundheit darstellen. Deshalb sei es wichtig, schreiben die Forscher in ihrem Studienbericht, dass die Verbreitung und Auswirkungen dieser Mikroben aus Saharastaub gut überwacht und analysiert werden. sh

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