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Gefahr im Implantat

18.03.2015

Brustimplantate führen zu seltener Krebserkrankung

Ein defektes Silikonkissen der französischen Brustimplantate-Firma Poly Implant Prothese (PIP). Nach dem Skandal 2010 folgt jetzt die Angst, dass Implantate Krebs hervorrufen.
Bild: Bruno Bebert/Archiv (dpa)

Der Skandal um schafhafte Brustimplantate betraf Frauen auf der ganzen Welt. Aus Frankreich kommt jetzt die Meldung, dass Implantate eine seltene Krebsform hervorrufen.

Vor gerade einmal fünf Jahren kam es wegen schadhaften Brustimplantaten zum Skandal. Jetzt ist in Frankreich festgestellt worden, dass Frauen mit Implantaten an einer seltenen Krebsform erkrankt sind. Die französische Gesundheitsministerin Marisol Tourain gab am Dienstag bekannt, dass seit 2011 18 Patientinnen mit Brustimplantaten an anaplastisch-großzelligen Lymphomen (ALCL) erkrankt seien. Eine Frau sei daran gestorben.

ALCL durch Brustimplantate - Krebs tritt sehr selten auf

Da in Frankreich fast 400.000 Frauen Brustimplantate haben, ist die Anzahl der Erkrankten sehr gering. Touraine nannte die Krebsform ein "sehr seltenes Phänomen" und erklärte, dass es nicht empfohlen werde, die Implantate zu entfernen. Allerdings gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen der Krebserkrankung und Brustimplantaten. Dabei sind weder spezielle Produkte noch Hersteller besonders betroffen.

Die Hälfte aller Fälle von ALCL in Europa sind in Frankreich aufgetreten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn erklärte, dass es in Deutschland derzeit keine gemeldeten Verdachtsfälle von ALCL im Zusammenhang mit Brustimplantaten gäbe. Dennoch rät das Institut Patientinnen, die aufgrund ihrer Brustimplantate unsicher sind, ihren Arzt oder ihre Klinik aufzusuchen. Ärzte sollen Verdachtsfälle von ALCL im Zusammenhang mit Implantaten melden. dpa/sh

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