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Leber-Studie

15.06.2017

Cholesterin wird durch Kälte wohl leichter abgebaut

Wenn es kalt ist, ernährt sich der Mensch fettreicher. Das kann den Cholesterinspiegel in die Höhe treiben. Doch Kälte kann auch dabei helfen, überschüssiges Cholesterin abzubauen.
Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben bei ihrer Untersuchung der Leber festgestellt, wie Kälte den Abbau überschüssigen Cholesterins begünstigt.

Forscher am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und des dort ansässigen Sonderforschungsbereichs 841 "Leberentzündung" haben festgestellt, dass Kälte dem Körper dabei hilft, überschüssiges Cholesterin abzubauen. Das sei einem Mechanismus in der Leber zuzuschreiben, der "überschüssiges Cholesterin effizient in Gallensäuren abbauen und somit unschädlich machen kann", heißt es in einer Pressemeldung des Universitätsklinikums.

Überschüssiges Cholesterin kann Zellen schädigen

Menschen nehmen mehr und in der Regel fettreichere Nahrung zu sich, wenn die Temperaturen sinken und es kälter wird. Dadurch ist der Körper in der Lage, mehr Energie zu produzieren und der Kälte zu trotzen. Nur mit ausreichender Verbrennung im Körper kann die Körpertemperatur bei kalten Außentemperaturen aufrecht erhalten werden. Durch eine fettreiche Ernährung gelangt aber auch viel Cholesterin in den Körper, das nicht zur Produktion von Energie und Wärme genutzt werden kann. Im Überschuss schädigt es aber Körperzellen.

Die neuen Forschungsergebnisse beweisen, wie Kälte aber den Abbau von Cholesterin begünstigt. "Schon länger wissen wir, dass niedrige Temperaturen zu einer gesteigerten Wärmeproduktion im sogenannten braunen Fettgewebe führen. Da dieser Prozess viel Energie benötigt, kann Kälte als Therapieoption zur Behandlung übergewichtsbedingter Erkrankungen wie Diabetes oder der entzündlichen Fettleber eingesetzt werden", erklärt Prof. Jörg Heeren, stellvertretender Direktor des Instituts für Biochemie und Molekulare Zellbiologie des UKE und federführender Leiter der Studie in der Pressemitteilung.

Braunes Fettgewebe veranlasst durch Kälte den Abbau von Cholesterin

Durch ihre Analyse der Leber bewiesen die Forscher, dass die Aktivierung des braunen Fettgewebes veranlasst, Cholesterin in Gallensäuren abzubauen. Dieser Stoffwechselweg ist bislang kaum untersucht worden. Er ermöglicht dem Körper, auch in der Kälte und durch die dadurch bedingte Aufnahme fettreicherer Nahrung das überschüssige Cholesterin auszuscheiden. Die Studie wurde im Fachmagazin "Nature Medicine" veröffentlicht. Außerdem erklären Prof. Dr. Jörg Heeren und Dr. Anna Worthmann, Erstautorin der Studie, in einem Videointerview die aktuellen Forschungsergebnisse. sh

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