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So viele wie noch nie: Mehr als 10.000 Neuinfektionen in Deutschland
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Masern-Ausbruch

06.02.2015

Deshalb sind die Pläne zur Ausrottung der Masern gescheitert

Es ist wichtig, sich gegen Masern impfen zu lassen. Denn Masern gilt als eine der gefährlichsten Kinderkrankheiten.
Bild: Achim Scheidemann (dpa)

Eigentlich hatte die Bundesregierung angepeilt, die Masern bis 2015 auszurotten. Doch die Pläne sind schon jetzt gescheitert. Es gibt viel zu viele Infizierte.

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Weil die hochansteckende Infektionskrankheit das Immunsystem schwächt und im schlimmsten Fall zu Gehirnentzündungen führen kann, die lebenslange Schäden mit sich bringen, sollte die Krankheit ausgerottet werden. Doch die Pläne der Bundesregierung sind gescheitert. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sterben zwei von 1.000 Patienten an den Folgen einer Masern-Infektion.

In den USA ist bereits von einer neuen Masern-Welle die Rede, und auch in Berlin gibt es derzeit einen großen Masern-Ausbruch. Im Oktober hatten sich bei einer Ansteckungswelle 375 Menschen allein in Berlin angesteckt, die Hälfte davon waren Erwachsene. Über Hundert Patienten mussten ins Krankenhaus. Im Januar gab es in der Hauptstadt 254 neue Masern-Fälle. Doch nach den Plänen der Bundesregierung dürfte es in Deutschland nur 82 Ansteckungen im Jahr geben - sonst kann die Infektionskrankheit nicht ausgerottet werden.

Zu wenig Impfschutz machte Masern-Ausbruch möglich

Asylbewerber aus Serbien, Bosnien und Herzegowina waren die ersten Betroffenen der Masern-Welle. Denn im Bürgerkrieg der 1990er Jahre wurde im damaligen Jugoslawien nicht mehr routiniert geimpft. Nur wenige Wochen nach den ersten Fällen waren mehr als die Hälfte der Masern-Patienten angestammte Berliner, häufig diejenigen, die nach 1970 geboren wurden und Opfer der Impflücke wurden.

Das Problem bei der Verbreitung von Masern ist, dass viele Menschen nicht geimpft worden sind. Doch obwohl die schlimmen Folgen bekannt sind, wird jedes dritte Kleinkind in Deutschland nicht rechtzeitig und nicht ausreichend geimpft. Die Zahlen der Erstimpfung liegen inzwischen zwar bei 96,7 Prozent, doch die zweite Masern-Impfung bekommen nur 92,4 Prozent. Erst ab 95 Prozent kann allerdings gelingen, dass die hochansteckende Krankheit langfristig ausgerottet wird. dpa/sh

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