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Ebola-Epidemie

27.05.2015

Ebola wird in Guinea immer noch nicht richtig ernst genommen

Ebola-Symptome sind auf einer Wand im liberianischen Monrovia aufgemalt. Während Liberia offiziell als Ebola-frei gilt, haben Sierra Leone und Guinea noch einen weiten Weg vor sich.
Bild: Ahmed Jallanzo (dpa)

In Guinea und Sierra Leone sind die Zahlen der Neuinfektionen mit Ebola wieder nach oben geschnellt. Das ist ein enormer Rückschlag für die Länder, die die Epidemie besiegen wollen.

In der Vorwoche waren es nur neun Neuinfektionen, jetzt haben sich in Guinea und Sierra Leona insgesamt wieder 35 Menschen neu mit Ebola angesteckt. Das ist der höchste Wert seit über einem Monat, berichtet die Weltgesundheitsorganisation WHO. Wie Liberia wollte sich auch Sierra Leone möglichst bald für Ebola-frei erklären lassen. Doch die Zahl der Neuinfektionen hat die Hoffnung zunichte gemacht. Der Umgang mit Ebola in Guinea bleibt für die WHO ein Grund zur Sorge.

Hochansteckendes Ebola-Opfer wird von Verwandten schutzlos umhergefahren

Besonders Guineas nordwestliche Grenzregion Boké bereitet der WHO große Sorgen. Von den 35 Neu-Infektionen mit Ebola finden sich dort fünf. Inzwischen wurden Experten der WHO in das Gebiet geschickt, um sicherzustellen, dass kein Infizierter ins Nachbarland Guinea-Bissau reist. Ein weiterer Aufsehen erregender Fall in Guinea zeigt einmal mehr, wie gering das Vertrauen der Bevölkerung auf den Staat ist. Ein Toter, der an Ebola verstorben war, wurde von seinen Verwandten im Taxi durch das Land gefahren.

Zwei Verwandte sollen den an Ebola verstorbenen in ihrer Mitte auf der Rückbank eines Taxis gehalten haben, während das Auto auf dem Weg in die Hauptstadt Conakry war. Begonnen hatte die gefährliche Reise in Forécariah, einer 70 Kilometer entfernten Stadt in der am stärksten von Ebola betroffenen Region. Weil die Familie den Mann traditionell beerdigen wollte, fuhren sie den hochansteckenden toten Körper durch das Land. Ein Ebola-Checkpoint hielt das Taxi laut Welt.de auf und überlieferte die Angehörigen in Quarantäne. Sie erwartet eine Gefängnisstrafe. AFP/sh

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