Newsticker

Zahl der Corona-Infizierten in München sinkt unter kritischen Wert
  1. Startseite
  2. Wissenschaft
  3. Experte: Keine Bedenken bei Kaiserschnitt-Wunsch

28.06.2009

Experte: Keine Bedenken bei Kaiserschnitt-Wunsch

Experte: Keine Bedenken bei Kaiserschnitt-Wunsch
Bild: DPA

Augsburg (dpa) - Immer mehr schwangere Frauen wünschen sich eine kontrolliert geplante Kaiserschnitt-Entbindung. "Es gibt keinen sachlichen Grund, diesen Wunsch zu verweigern."

Das sagt zumindest der Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum Augsburg, Prof. Arthur Wischnik, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Frühere Angaben zu einem höheren Risiko durch einen Kaiserschnitt habe die bayerische Perinatalstudie "eindeutig widerlegt", sagte Wischnik. Gründe für einen Wunsch-Kaiserschnitt seien bei Schwangeren oft frühere schwere Entbindungserfahrungen oder die Angst vor den Geburtswehen. "Vermeidbare Schmerzen einer Frau zuzumuten halte ich für überheblich", sagte Wischnik.

Manche Frauen wollen die Geburt zeitlich planen, so dass der Vater des Kindes dabei sein kann und für die ersten Wochen Urlaub nehmen kann. Die Frau könne eigenständig entscheiden, ob sie einen Kaiserschnitt haben will. "Wir klären die Frauen allerdings auf, dass es nach einem Kaiserschnitt doppelt so häufig zu Störungen am Mutterkuchen kommt wie bei Normalgeburten", sagte Wischnik. Er wies aber gleichzeitig darauf hin, dass es auch bei der natürlichen Geburt zu extremen Belastungen komme und Risse im Vaginalbereich auftreten können, die zu Folgeschäden am Beckenboden führen können. Vollnarkosen beim Kaiserschnitt würden extrem selten verabreicht werden.

Wischnik, der am Klinikum Augsburg pro Jahr rund 1500 Geburten durchführt, wies Befürchtungen zurück, durch die Kaiserschnitt-Narbe an der Gebärmutter könne es zu einem lebensgefährlichen Riss der Gebärmutter kommen. "Wir haben in den vergangenen 20 Jahren in Bayern keinen einzigen Gebärmutterriss gehabt." Die Sterblichkeit nach Schwangerschaft liege in Bayern bei 0,06 Promille. Das seien bei rund 100 000 Geburten etwa sechs Todesfälle im Jahr, die meisten durch Nachblutungen und Fruchtwasserembolien.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren