1. Startseite
  2. Wissenschaft
  3. Gefährliche Antibiotika: Trotz Nebenwirkungen oft verschrieben

Gesundheit

29.05.2019

Gefährliche Antibiotika: Trotz Nebenwirkungen oft verschrieben

In Deutschland werden immer noch häufig Fluorchinolone verschrieben: Antibiotika, die schwerwiegende Nebenwirkungen haben können.
Bild: Lukas Schulze, dpa (Symbolbild)

Die Risiken sind bekannt, trotzdem erhielten 2018 mehr als drei Millionen Patienten in Deutschland Antibiotika, die schwerwiegende Nebenwirkungen haben.

In Deutschland werden immer noch häufig Fluorchinolone verschrieben: bestimmte Antibiotika, die schwerwiegende Nebenwirkungen haben können. Obwohl diese Risiken schon seit Jahren bekannt sind, erhielten 2018 mehr als drei Millionen aller gesetzlich krankenversicherten Patienten hierzulande entsprechende Präparate.

Das ist das Ergebnis einer Berechnung des Wissenschaftlichen Instituts der Krankenkasse AOK (WIdO). 40.000 der Patienten könnten, so die Hochrechnung des WIdO, von Sehnenrissen, Schädigungen des Nervensystems sowie der Hauptschlagader betroffen sein.

Verbrauch von gefährlichen Antibiotika stieg in Deutschland an

Mit Antibiotika werden Infektionen behandelt, die durch Bakterien ausgelöst werden. Im europäischen Vergleich werden diese in Deutschland zwar seltener verschrieben - ihr Verbrauch stieg hierzulande allerdings zwischen 1994 und 2014 nach Angaben des Europäischen Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention in Stockholm (EDCD) an.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

2018 wurden nach Erfassung des WIdO rund 310 Millionen Antibiotika-Tagesdosen verordnet - davon entfielen 8,2 Prozent oder 25,6 Millionen Tagesdosen auf die Fluorchinolon-Antibiotika, bei denen besonders schwere Nebenwirkungen möglich sind.

Auf Basis von AOK-Daten gibt das WIdO an, dass 2017 3,8 Millionen Patienten und 2018 3,2 Millionen Patienten mit einem Medikament aus dieser Wirkstoffgruppe behandelt wurden. Das entspreche jährlich um die fünf Prozent der mehr als 72 Millionen gesetzlich Krankenversicherten. (dpa)

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.