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Gesundheit
26.11.2016

Psychiater: Zu viel Stress macht krank

Ständig unter Strom: Psychiater warnen vor dem Schaden, den Stress der Psyche vieler Menschen zufügt.
Foto: Symbolbild: Monika Skolimowska (dpa)

Ständiger Stress und sozialer Druck können ernsthafte Folgen für die Psyche haben, warnen Psychiater. Deshalb mahnen sie zu mehr Ruhe und Pausen im Alltag.

In der Arbeit folgt Termin auf Termin, Privat erinnern soziale Netzwerke und Kurznachrichten an Termine oder zeigen die Lebenserfolge in Form von Reisen, Events und anderen fotografischen Momentaufnahmen von Bekannten, Freunden und Familie. Models verkörpern dank Photoshop oft unnachahmbare Körperideale. Kaum noch Pausen und ständiger Wettkampf - dieser anhaltende Stress kann die seelische Gesundheit angreifen, warnen Psychiater. Die Experten fürchten, dass der aktuelle Lebensstil die Psyche gefährdet.

Psychiater: Stressfaktoren besser erforschen

Am Donnerstag forderten Psychiater in Berlin eine bessere Erforschung der modernen Lebensumstände als Risikofaktor. "Alle sind leistungsfähig, schön und jung und möchten das möglichst lange bleiben. Das hat Folgen im Verhalten der Menschen", sagte Iris Hauth, die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) am Rande des Jahreskongresses der Fachgesellschaft. Dadurch entstehen Risikofaktoren für die menschliche Psyche, fürchtet sie.

Hauth sieht Möglichkeiten zur Vorbeugung einer Schädigung der Psyche durch permanenten Stress, auch zur Therapie. Ihre Befürchtungen zur Auswirkung der Lebensumstände spiegelt sich aber nur bedingt in aktuellen Zahlen wieder. Hauth gibt an, dass Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen und Abhängigkeiten in den vergangenen 15 Jahren nicht zugenommen hätten, dafür aber die Zahl der Befindlichkeitsstörungen, die nicht psychiatrisch diagnostiziert werden.

Stress führt immer häufiger zu Befindlichkeitsstörungen

Wie sich der Stress der modernen Lebensumstände auf die Psyche auswirkt, zeigt sich laut Hauth in verschiedenen Dingen. So gebe es etwa zunehmend junge Menschen, die wegen Prüfungsstress oder Problemen in der Partnerschaft in die Notaufnahme kommen. Eltern, die ihren Kindern zur Ruhigstellung Tabletten verabreichen, Frauen, die Körperbildstörungen entwickeln. Und dass all diejenigen, die Gehirndoping betreiben - bis zu fünf Prozent der Berufstätigen, unter Studierenden vermutlich mehr.

Wie gut jemand mit Stress zurechtkommt, ist eine Frage der persönlichen Verfassung. Vor allem Menschen mit zu wenig Selbstwertgefühl seien gefährdet, durch den Druck zur Selbstoptimierung die Psyche zu belasten. Jeder kann selbst etwas tun, um die Gesundheit der Psyche zu bewahren. Etwa mehr Muße haben: "Auch einmal nichts zu tun, ist für die Gesundheit des Gehirns unglaublich hilfreich", betont Hauth. Soziale Kontakte wirken sich ebenfalls positiv aus. dpa/sh

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