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Genom des Primaten entschlüsselt

09.03.2012

Gorillas sind den Menschen ähnlicher als gedacht

Im ehemals umkämpften Grenzgebiet rund um die Virunga-Vulkane leben die letzten Berggorillas. (Foto: Ricky Gare)
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Im ehemals umkämpften Grenzgebiet rund um die Virunga-Vulkane leben die letzten Berggorillas. (Foto: Ricky Gare) dpa

Gorillas sind dem Menschen ähnlicher als bisher gedacht. Jetzt ist das komplette Genom des Primaten entschlüsselt. Heraus kam eine Überraschung.

An der Tatsache, dass der Schimpanse dem Homo sapiens am nächsten steht, rüttelt die neue Studie nicht. Doch die Ergebnisse, zu denen Wissenschaftler vom britischen Sanger Institute in der Nähe von Cambridge nun kommen, sind dennoch überraschend: Gorillas sind dem Menschen ähnlicher als gedacht. Letzte Zuflucht für Kameruns Gorillas

Verwandt: Gorilla steht zwischen Schimpanse und Orang-Utan

Der Gorilla ist nach dem Schimpansen und noch vor dem Orang-Utan der nächste Verwandte des Menschen. "Unsere Daten sind das letzte genetische Teil, das wir für das Puzzle gebraucht haben", sagte Richard Durbin, einer der Autoren der Studie.

Gorillas und Menschen haben ähnliche Evolution

Offenbar haben Mensch und Gorilla eine ähnliche Evolution vorzuweisen. Das komplette Genom , also die Gesamtheit der Erbinformationen in einer Zelle, wurde von den Forschern entschlüsselt – als letztes der vier großen Primaten. Die Erkenntnisse sind für die Forscher Durchbruch und Überraschung zugleich. "Wir haben herausgefunden, dass Gorillas viele genetische Veränderungen mit dem Menschen gemein haben, darunter die Entwicklung des Gehörs", sagt Chris Tyler-Smith, Mitautor der Studie, die im Fachjournal Nature veröffentlicht wurde.

Bei den Gorillas habe sich das Gehör ähnlich schnell entwickelt wie beim Menschen. Damit ist die bisherige These widerlegt, dass die schnelle Entwicklung des menschlichen Gehörs in Zusammenhang mit der Sprachbildung steht.

Gorilla-Genom wichtig für Forschung

Entziffert wurde in erster Linie das Genom von Kamilah, einer Vertreterin der Unterart Westlicher Flachland-Gorilla. "Das Gorilla-Genom ist wichtig, denn es wirft ein Licht auf die Zeit, als sich unsere Vorfahren von unseren nächsten Verwandten in der Evolution absetzten", sagte Forscher Aylwyn Scally.

Affen-Genom: Gorillas haben sich vor zehn Millionen Jahren genetisch abgesetzt

Bei Mensch und Schimpanse sei die Abspaltung den Daten zufolge vor rund sechs, beim Gorilla schon vor rund zehn Millionen Jahren passiert. Die Trennung von Westlichem und Östlichem Flachlandgorilla folgte demnach vor 1,75 Millionen Jahren. AZ, dpa

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