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Tödliche Gefahr

05.07.2011

Herpesvirus bedroht Karpfen in aller Welt

Koi-Karpfen
Bild: dapd

Karpfen droht weltweit eine tödliche Gefahr durch einen Virus. Der Krankheitserreger trat erstmals bei Koi-Karpfen auf.

Ein aggressiver Herpesvirus bedroht weltweit die Karpfenbestände - ein Gegenmittel ist nicht in Sicht. Diese ernüchternde Bilanz zogen deutsch-japanische Wissenschaftler bei einem Expertentreffen zum Problem des sogenannten Koi-Herpesvirus am Dienstag an der Universität Münster. "Wir können bislang keine Lösung anbieten", sagte der Biologe Prof. Arndt Telschow. Das Virus ist nicht nur für Kois, sondern auch andere Karpfenarten tödlich.

Einer Untersuchung der Bundesländer zufolge sind 60 Prozent der deutschen Teiche infiziert. "Bislang gibt es aber keine verlässliche Erhebungsmethode", sagte Prof. Dieter Steinhagen von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. In Deutschland sind besonders Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Sachsen betroffen.

Dass sich der Koi-Herpes so rasant ausgebreitet habe, sei eine Folge des globalisierten Handels, sagte Telschow. "Erst durch den Export gelangte das Virus, das erstmals bei gezüchteten Koi-Karpfen in Asien festgestellt wurde, auch in deutsche Gewässer."

Ähnlich wie Menschen das Lippenherpes-Virus nicht gleich spüren, können auch Karpfen das Virus längere Zeit unerkannt in sich tragen - ein Problem für die Bestandsaufnahme. Kommt es zum Ausbruch, sind die Folgen dramatisch. 80 bis 100 Prozent der erkrankten Fische sterben spätestens nach zwei Wochen. Da infizierte Karpfen das Virus weiter verbreiten, sind schnell ganze Bestände betroffen. Bei anderen Fischarten ist bisher kein tödlicher Ausgang der Erkrankung bekannt.

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