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Herzinfarkt
10.06.2016

Herzinfarkte am Morgen - Warum sie noch gefährlicher sind

Bei einem Verdacht auf Herzinfarkt darf keine Zeit verloren werden. Die Heilungschancen nach einer Attacke hängen laut Münchner Forschern von der Tageszeit der Attacke ab.
Foto: Nicolas Armer (dpa), Symbolfoto

Wie gut sind die Heilungschancen nach einem Herzinfarkt? Münchner Forscher haben herausgefunden: Das hängt wohl auch von der Tageszeit der Attacke ab.

Ein Herzinfarkt ist lebensbedrohlich. Wie gut die Heilungschancen nach einer überstandenen Attacke sind, das hängt angeblich auch von der Tageszeit des Infarkts ab, so Forscher. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie von Forschern der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Am Morgen sollen Herzinfarkte demnach besonders gefährlich sein.

Herzinfarkt: Immunantwort ist von Tageszeit abhängig

Die Ergebnisse des Teams um Prof. Sabine Steffens vom Institut für Epidemiologie und Prophylaxe der Kreislaufkrankheiten am Klinikum der LMU wurden nun in dem Fachmagazin "EMBO Molecular Medicine" veröffentlicht.

Die Wissenschaftler fanden durch Untersuchungen mit Mäusen heraus, dass es nach einem Herzinfarkt vom Tageszeitpunkt abhängt, wie die Entzündungsreaktion im betroffenen Herzmuskel verläuft - und "dass die Stärke der Immunantwort und damit die Rekrutierung der Neutrophilen Granulozyten an die Entzündungsstelle über den Tagesverlauf schwankt". Der Chemokinrezeptor CXCR2 sei dafür entscheidend, dessen Aktivität vom Biorhythmus beeinflusst wird.

Biorhythmus beeinflusst Heilung nach Herzinfarkt

Auch der Zustrom der Neutrophilen in den geschädigten Herzmuskel hänge vom Biorhythmus ab. So werde durch die Immunzellen, etwa eine Stunde nachdem die aktive Phase begonnen hat, eine stärkere Entzündung ausgelöst als in der Schlafphase oder im späteren Tagesverlauf, berichten die Münchner Forscher.

"Unsere Studie zeigt, dass der Tageszeitpunkt eine wichtige Rolle für die Behandlung eines Herzinfarkts spielt und dass CXCR2 ein interessantes therapeutisches Ziel sein kann, wenn nach einem Herzinfarkt zu viele Neutrophile in das geschädigte Muskelgewebe wandern", so Teamleiterin Prof. Steffens. AZ

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