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Herz-Erkrankungen

01.02.2018

Herzinfarkt kann Demenz fördern

Ein Herzinfarkt löst nicht nur eine Entzündung am Herzmuskel aus, sondern auch im Gehirn. Das könnte eine Schädigung des Hirns und die Begünstigung einer Demenz bedeuten.
Bild: Tobias Hase, dpa (Symbolbild)

Kardiologen aus Hannover haben durch moderne Bildgebungstechniken beweisen können, dass ein Herzinfarkt eine Entzündung nicht nur am Herzen, sondern auch im Gehirn auslöst.

An der Klinik für Nuklearmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist in den vergangenen Jahren eine Form der nicht-invasiven molekularen Bildgebung weiterentwickelt worden. Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ermöglicht Wissenschaftlern, die genaue Verteilung selbst sehr geringer Mengen von kurzlebigen radioaktiven Substanzen zu messen. So konnten Forscher die biologischen Mechanismen im ganzen Körper gleichzeitig untersuchen, wie Professor Fr. Frank Bengel, der Direktor der MHH-Klinik für Nuklearmedizin, betont.

In einer Pressemitteilung auf der Homepage der MHH wird erklärt, wie mithilfe der PET analysiert werden konnte, dass ein Herzinfarkt nicht nur eine Entzündung am Herzmuskel mit sich bringt - sondern auch eine Entzündung im Gehirn auslösen kann. Die Erstautoren aus dem Team von Professor Bengel, Dr. James Thackeray und Henri Hupe, haben ihre Studie und deren Ergebnisse im renommierten Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht.

Herzinfarkt: Neuro-Inflammation im Gehirn kann Demenz begünstigen

Ein Herzinfarkt hat eine Entzündung am Herzmuskel zur Folge. Das ist aber keine Folgeerkrankung, sondern sie soll vielmehr zur Heilung des Körpers beitragen. Ist die Entzündung allerdings zu stark, so kann es zu einer weiteren Schädigung kommen, womöglich gar zur Herzschwäche, einer Verschlechterung der Herzfunktion. Doch das ist nicht alles. Wie die Forscher der MHH nachweisen konnten, ist das Gehirn in die Prozesse nach einem Herzinfarkt mit eingebunden. Andere Organe sind demnach aber nicht betroffen.

Eine Neuro-Inflammation ist eine Entzündungsreaktion im Gehirn. Was die Forschungsergebnisse für die Neurologie bedeuten, erklärt Professor Bengel folgendermaßen: "Diese enge Verbindung zwischen der Entzündung von Herz und Hirn ist neu und wichtig, weil andere Studien gezeigt haben, dass eine Entzündungs-Reaktion im Gehirn Gedächtnisstörungen und die Entwicklung von Demenz fördern kann." Somit könnte ein Herzinfarkt das Risiko für Demenz steigern. Um diese Möglichkeit genauer zu untersuchen und neue Behandlungen zu entwickeln, muss der Zusammenhang künftig genauer analysiert werden. (sh)

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