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Masern
11.11.2016

WHO: Täglich sterben 400 Kinder an Masern-Infektion

In Deutschland sind viele Kleinkinder nicht gegen gefährliche Masern geschützt. Die Forderung nach einer Impfpflicht für Masern wird wieder laut.
Foto: Daniel Karmann (dpa)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) alarmiert: Immer noch sterben Kinder an Masern. Nicht nur in Afrika und Asien, auch in Deutschland ist das Virus sehr gefährlich.

Trotz großer Erfolge im Kampf gegen die Masern sterben nach Angaben internationaler Organisationen weltweit noch jeden Tag etwa 400 Kinder an der Infektionskrankheit. Lückenlose Impfkampagnen könnten dies verhindern, heißt es im neuen Masern-Lagebericht.

Veröffentlicht wurde er von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem UN-Kinderhilfswerk (Unicef) sowie der US-Gesundheitsbehörde CDC und der Impfallianz Gavi.

Maserninfektionen stiegen auch in Deutschland an

Die meisten Todesfälle durch Masern gibt es demnach weiter in armen Ländern Afrikas und Asiens. Aber auch in Deutschland sei 2015 wegen einer zu geringen Impfquote ein Anstieg von Maserninfektionen verzeichnet worden. Weltweit gelang es dem Bericht zufolge, die Zahl der Masern-Todesfälle zwischen 2000 und 2015 um 79 Prozent zu senken. Dank Impfkampagnen seien in diesem Zeitraum mehr als 20 Millionen Menschenleben gerettet worden.

Forscher warnen davor, die Masernimpfung bei Kleinkindern zu vernachlässigen. Denn Maser können schwere Komplikationen wie Gehirnentzündungen mit sich bringen.
Foto: Patrick Seeger (dpa)

20 Millionen Kinder 2015 ohne Masernimpfung

Etwa 20 Millionen Kinder allerdings hätten allein 2015 keine Impfung gegen Masern erhalten, 134.000 seien an der Krankheit gestorben. Drei Viertel aller Todesfälle gab es in der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien, Indien, Indonesien, Nigeria und Pakistan, wo insgesamt zehn Millionen Kinder nicht geimpft worden seien.

In Deutschland erkrankten 2015 nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) knapp 2500 Menschen an Masern. 2014 war in Berlin ein Kind daran gestorben. Viele Kleinkinder in Deutschland sind nicht gegen Masern geimpft. Mehr als 73.000 Kleinkinder der Geburtsjahrgänge 2009 bis 2012 sind laut Wissenschaftlern vom Versorgungsatlas nicht gegen Masern geschützt.

Die nötige Doppel-Impfung vor ihrem zweiten Geburtstag erhalten nur 63 Prozent der Kinder. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) nennt diese Entwicklung "besorgniserregend" und fordert eine Impfpflicht. "Ob Kinder die lebenswichtige Masernimpfung bekommen, hängt von ihrem Wohnort und der Einsicht der Eltern ab", sagte Verbandspräsident Thomas Fischbach. dpa/AZ

Bericht zur Masern-Situation

Daten Robert-Koch-Institut

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