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Technik

24.05.2013

Moderne Wissenschaftler von "Star Trek" beeinflusst

Computer, Handy oder iPod - alles schon mal da gewesen? In der Serie "Star Trek" finden sich bereits viele "moderne" Erscheinungen. Wissenschaftler ließen sich davon inspirieren.

Seit weit mehr als 150 Jahren begeistern sich die Menschen für Geschichten, die in der Zukunft spielen. Der Reiz, der von den Büchern Jules Vernes (1828 bis 1905) ausging, lag nicht zuletzt in der Frage, ob seine Ausführungen pure Fantasie oder eine Art Ausblick seien. Bei diversen technischen Errungenschaften, die sich der Franzose ausgedacht hat, bewies er beinahe seherische Fähigkeiten; die Liste reicht vom U-Boot bis zur bemannten Raumfahrt.

Wissenschaftler von amerikanischer Fernsehserie inspiriert

Gleiches gilt für Gene Roddenberry, den Schöpfer von „Star Trek“ („Raumschiff Enterprise“). 1966 feierte die amerikanische Fernsehserie Premiere. Viele Fans, die als Kinder gebannt die Abenteuer von Captain Kirk (William Shatner) und seinem Ersten Offizier Spock (Leonard Nimoy) verfolgten, sind mittlerweile wissenschaftliche Koryphäen und machen keinen Hehl daraus, dass „Star Trek“ maßgeblichen Einfluss auf ihre Berufswahl hatte: Sie wollten dazu beitragen, die Science-Fiction wahr werden zu lassen.

Das ging zum Teil schneller, als man es sich vor fünfzig Jahren hätte träumen lassen. Türen, die sich wie durch Geisterhand und außerdem ganz ohne das markante „Wusch!“ öffnen, hat heute jeder Supermarkt; in der Serie mussten dafür hinter den Kulissen zwei Bühnenarbeiter einen Seilzug bedienen.

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Erstes Nasa-Spaceshuttle "Enterprise" Star Trek nachempfunden

Auch der „Tricorder“, mit dem Bordarzt „Pille“ (DeForest Kelley) Krankheiten diagnostizierte, ist in Form der Kernspintomografie Realität geworden. Der Kommunikator mit Spracherkennung, mit dessen Hilfe Kirk jederzeit mit seiner Crew Kontakt aufnehmen kann, hat ohnehin längst Einzug in den Alltag gehalten. Martin Cooper, als Cheftüftler bei Motorola der Erfinder des Mobiltelefons, war einst ebenso „Star Trek“-Fan wie Mark D. Rayman, heute Chefingenieur der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Seinen Schreibtisch ziert ein Telefon, das der Enterprise nachempfunden ist, und mit beinahe kindlicher Freude stellt er fest, dass sein Arbeitsplatz im Kontrollraum der milliardenschweren Weltraumprojekte dem seines Kollegen „Scotty“ (James Doohan) aus der Serie verblüffend ähnele. Und es ist selbstredend kein Zufall, dass die Nasa ihr erstes Spaceshuttle „Enterprise“ genannt hat.

Typisch für die Ausstattung der Enterprise ist die Allgegenwart des Computers. Viele technikbegeisterte kleine Jungs haben sich das damals sehr genau angeschaut. Dem Chefentwickler von Apple, Steve Perlman, ließ etwas keine Ruhe, das er in der Serie „Star Trek – The Next Generation“ (1987 bis 1994) gesehen hatte: Musik, die aus dem Computer abgerufen wird. In der damaligen Wirklichkeit hätte ein einziger digitalisierter Song die komplette Festplatte belegt. Perlman entwickelte die Software Quicktime, mit deren Hilfe Video- und Audiodateien digital komprimiert und wieder „aufgeblasen“ werden können; der iPod war geboren. Für das iPad findet sich ebenfalls ein Vorbild in der Serie.

Wissenschaft: Beamen auch heute noch in "ferner Zukunft"

Einige der in „Star Trek“ genutzten Einrichtungen werden dagegen noch für lange Zeit Science-Fiction bleiben. Wollen Kirk und Co. die Enterprise verlassen, um einen Planeten zu erkunden, lassen sie sich mit Hilfe des „Transporters“ dorthin „beamen“. Das Gerät zerlegt den Körper in Atome, die am Zielort wieder zusammengesetzt werden. Die zugrunde liegende Theorie ignoriert Eckpfeiler der Quantenphysik, darunter die Heisenbergsche Unschärferelation. In „Star Trek – The Next Generation“ hat man dem Einwand Rechnung getragen und den Transporter kurzerhand um einen „Heisenberg-Kompensator“ ergänzt.

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