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Mückenplage
07.06.2016

Für Mückenatlas: Bürger sollen ihre Stechmücken einschicken

Viele gefährliche Krankheiten werden durch Stechmücken übertragen. Um das Risiko für Deutschland abzuschätzen zu können, sollen Bürger den Experten helfen.
Foto: Symbolbild: Gustavo Amador (dpa)

Feuchtwarmes Wetter ist für Stechmücken ideal. Nach den starken Regenfällen der letzten Tage könnte deshalb eine Mückenplage drohen. Experten bitten nun die Bürger um Hilfe.

Stechmücken können gefährliche Krankheiten übertragen. Das derzeit feuchtwarme Wetter in Deutschland ist ideal für die Vermehrung von Mücken. Um die Gefahr einer drohenden Mückenplage besser abschätzen zu können, bitten Experten nun die Bürger um Mithilfe: Wer eine Stechmücke fängt, soll sie an die Forscher schicken - damit im Mückenatlas neu eingeschleppte Arten und Verbreitungsgebiete von Stechmücken eingetragen werden können.

"Durch die in Europa in den letzten Jahren zunehmenden Ausbrüche von Stechmücken-übertragenen Krankheiten wie Dengue-, Westnil- oder Chikungunya-Fieber sowie den jüngsten Zika-Virus-Ausbruch in Südamerika wurde die aktuelle Bedeutung von Stechmücken als Krankheitsüberträger unter Beweis gestellt", erklärte die Biologin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im brandenburgischen Müncheberg.

Asiatische Tigermücke hat in Deutschland überwintert

Walther betonte, dass "dringend Daten zur Verbreitung der in Deutschland vorkommenden invasiven und einheimischen Arten" von Stechmücken benötigt würden, damit die Risikoabschätzung gelingen könne. An der Kartierung der Mückenarten in Deutschland arbeitet das ZALF mit dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) in Greifswald seit 2012. Allein in diesem Jahr sollen Sammler schon rund 600 Mücken eingeschickt haben.

Der Mückenatlas soll helfen, das Risiko für durch Stechmücken übertragene Krankheiten abzuschätzen. Die als besonders gefährlich geltende Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) hat vermutlich erfolgreich in Deutschland überwintert - zudem habe man schon extrem früh Eier und Larven gefunden, wie Helge Kampen, Leiter der Arbeitsgruppe Medizinische Entomologie am FLI, erklärte. Von der Asiatischen Buschmücke seien bereits vier etablierte Populationen in insgesamt sechs Bundesländern bekannt.

Beim Mückenatlas mithelfen: So geht's

Wer helfen und eine Mücke einsenden will, sollte auf Folgendes achten: Stechmücken, die zerquetscht oder platt geschlagen wurden, sind unbrauchbar. Stattdessen sollte man die Mücken fangen und dann ins Gefrierfach legen. Nach etwa einem Tag werden die Insekten dann am besten in eine kleine Schachtel oder ein Röhrchen gelegt - in einem Briefumschlag ohne Schutz würden sie zerquetscht. Außerdem sollte man ein Formular mit Fundangaben mitsenden. dpa/sh

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