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Neurologie

15.01.2015

Restless Legs Syndrom kann zu Depressionen führen

Alle Viere gerade sein lassen - für Restless-Legs-Kranke ist das unmöglich. Kribbeln und Brennen in den Beinen hält die Betroffenen in Bewegung.
Bild: dpa

Eine neurologische Störung löst bei rund zehn Prozent der Bevölkerung das Restless Legs Syndrom aus. Eine Ursachenforschung kann gegen das nächtliche Zucken der Beine helfen.

Sobald der Körper im entspannten Zustand ist, beginnen die Gefühlsstörungen. Das Restless Legs Syndrom (RLS) sorgt für zuckende Beine und einen unnatürlichen Bewegungsdrang gerade dann, wenn Ruhe gefragt ist. Das relativ häufige Syndrom der "unruhigen Beine" wurde bereits vor über 300 Jahren erstmals beschrieben.

Das Restless Legs Syndrom führt zu Missempfindungen in Beinen und selten auch in Armen. Lilo Habersack ist Vorsitzende der Deutschen Restless Legs Vereinigung. Sie leidet selbst an RLS und beschreibt die Symptome als Unruhegefühl, "wobei einige es als Kribbeln oder Zucken empfinden, während andere etwa von Ziehen, Jucken oder Brennen sprechen."

Schlaflose Nächte: RLS kann den Organismus massiv beeinträchtigen

Durch Bewegung lassen sich die Beschwerden lindern. Doch das Restless Legs Syndrom tritt erst auf, wenn körperliche Ruhe gegeben ist - vor allem in Abend- und Nachtstunden. Auch während dem Schlaf kommt es zu unwillkürlichen Zuckungen, die alle 20 bis 40 Sekunden auftreten und jedes Mal eine kleine Weckreaktion (Arousal) auslöst. Oft merken Betroffene gar nichts davon. Dennoch wird ihr Schlaf dadurch beeinträchtigt.

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Bei den meisten Betroffenen nehmen die Beschwerden im Laufe der Zeit an Intensität zu. Das kann für Menschen mit Restless Legs Syndrom tatsächlich gefährlich werden, wenn die unruhigen Beinen zu starken Schlafstörungen führt. Denn Schlafmangel schwächt den Organismus. Das Immunsystem wird gestört, es kann bei Betroffenen sogar zu Depressionen kommen.

Wer glaubt, selbst an RLS zu leiden, sollte einen Neurologen oder Schlafmediziner aufsuchen. Eine externe Ursache, wie Medikamente, kann zum Restless Legs Syndrom führen und nach Absetzen auch RLS wieder verschwinden lassen. Entstehen die zuckenden Beine aber durch eine Störung von Botenstoffen wie Dopamin im Zentralen Nervensystem, muss symptomatisch behandelt werden. Massagen und Übungen können helfen. Manchmal helfen nur noch Medikamente. dpa/tmn/sh

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