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Leukämie

17.07.2016

Studie zu Immuntherapie gegen Krebs unterbrochen - Drei Patienten sterben

Eine Studie in den USA zu einer neuartigen Immuntherapie gegen Krebs, bei der T-Zellen eingesetzt werden, musste kurzzeitig unterbrochen werden.
Bild: Bernd Wüstneck/Archiv (dpa)

In einer US-Studie wurde die Wirksamkeit einer Immuntherapie gegen Krebs getestet, bei der T-Zellen eingesetzt werden. Als drei Patienten starben, wurde die Studie kurz unterbrochen.

Die US-Studie zur Wirksamkeit einer neuartigen Immuntherapie gegen Krebs der Firma Juno Therapeutics aus Seattle musste Anfang Juli vorübergehend gestoppt werden, nachdem es zu Todesfällen gekommen war, wie die Online-Ausgabe des Magazins "Technologie Review" berichtet. Juno Therapeutics hatte ein Verfahren entwickelt, bei dem sogenannte genetisch modifizierte T-Lymphozyten - kurz T-Zellen - zur Krebsbehandlung eingesetzt werden.

Bei vielen Krebs-Patienten helfen die klassischen Behandlungsformen nicht mehr, weshalb neuartige Immuntherapien für diese eine große Hoffnung darstellen. Eine dieser Therapieformen wurde in der US-Studie der Firma Juno Therapeutics erprobt.

Blutkrebs: Drei Patienten starben bei US-Studie zu neuartiger Immuntherapie

Die T-Zellen gehören zu unserem Immunsystem. Bei dem neuen Therapieansatz sollen die T-Zellen bösartige Zellen von Patienten mit fortgeschrittener Leukämie angreifen. Innerhalb weniger Tagen sollen die T-Zellen dabei den Blutkrebs aufspüren und vollständig zerstören -  was sich zunächst sehr vielversprechend anhört. Jedoch scheint diese Therapieform auch Risiken zu bergen.

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Wie  "Technologie Review" weiterhin berichtet, musste die US-Überwachungsbehörde für Lebens- und Arzneimittel „Food and Drug Administration“ (FDA) die Studie von Juno Therapeutics kurzzeitig unterbrechen, da drei Patienten toxische Reaktionen erlitten hatten. Grund für den Tod seien aber nicht der Einsatz der T-Zellen selbst gewesen, sondern eine Vorbehandlung, die Hirnschwellungen bei den betroffenen Patienten verursacht haben.

Einsatz von T-Zellen: Therapie zeigt auch Erfolge in Krebsbehandlung

Inzwischen hätten die Behörden die Unterbrechung der Studie wieder aufgehoben. Todesfälle wie diese seien aber keine Ausnahme, berichtet "Technologie Review" weiterhin. Beispielsweise sei dies bei Studien des National Cancer Institute oder der University of Pennsylvania ebenfalls schon vorgekommen.

Aber auch Erfolge können vorgewiesen werden: Bei insgesamt 8 von 10 Patienten hatte der Einsatz von T-Zellen in bisherigen Leukämie-Studien von Juno Therapeutics funktioniert. AZ/sh

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