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Gesundheit

15.08.2013

Süßes Gift: Zucker ist schädlicher als bisher gedacht

Zucker wirkt bereits in geringeren Mengen als bisher angenommen als Gift. Das fanden US-amerikanische Forscher heraus.
Bild:  Andrea Warnecke (dpa)

Zucker könnte viel mehr kaputt machen als nur die gute Figur. Das fanden US-amerikanische Forscher in einer Studie mit Mäusen heraus.

Dass Zucker schlecht für die Gesundheit ist, weiß jeder. Er greift die Zähne an und löst Karies aus, macht dick und ist unter anderem verantwortlich für Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Forscher der Universität Utah fanden jetzt aber heraus: Zucker ist außerdem giftig. Und das bereits in geringen Mengen.

Das Zucker wie ein Gift wirken kann, zu diesem Ergebnis kamen auch schon frühere Studien. Bisher wurde aber immer davon ausgegangen, dass dies nur beim Konsum von sehr hohen Mengen der Fall sei. So hohen, wie sie Menschen normalerweise gar nicht essen würden, erklärt der Autor der aktuellen Studie, James Ruff. Dies sei nun allerdings widerlegt worden.

Zusätzlicher Zucker sorgte nicht für Übergewicht

In ihrer Studie erhielten Mäuse sechs Monate lang neben gesunder Nahrung ohne Zuckerzusätze 25 Prozent Zucker extra. Auf den Menschen umgerechnet bedeutet das, bei einer Aufnahme von 2000 Kalorien pro Tag 500 davon nur durch Zucker zu sich zu nehmen. Das klingt im ersten Moment viel, tatsächlich handelt es sich aber lediglich um beispielsweise drei Dosen Limonade pro Tag. Und entspricht damit laut Ruff der Zuckermenge, die ein Erwachsener laut bisherigen Erkenntnissen ohne Bedenken jeden Tag essen kann.

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Als die Wissenschaftler die Mäuse nach 26 Wochen untersuchten, kamen sie zu teilweise überraschenden Ergebnissen. So waren die Nager allesamt nicht übergewichtig. Auch ihre Insulinwerte lagen im normalen Bereich. Auf den Stoffwechsel hatte die erhöhte Zuckermenge also kaum Einfluss.

Geringere Lebenserwartung durch zu viel Zucker

Wohl aber auf die Lebenserwartung: Von den weiblichen Mäusen, die auf diese "Zucker-Diät" gesetzt wurden, starben nach 32 Wochen 34 Prozent und damit doppelt so viele wie in der entsprechenden Kontrollgruppe. Auch auf die männlichen Tiere hatte der erhöhte Zuckerkonsum Auswirkungen. So eroberten und verteidigten sie weniger Territorium als die Männchen, die keinen zusätzlichen Zucker bekommen hatten. Auch bei der Fortpflanzung blieben sie hinter der Kontrollgruppe zurück. Einzig die Todesrate ist bei beiden Gruppen gleich. Das liege allerdings am Wettbewerb um das Territorium, erklärt der Autor der Studie die Statistik.

Die Ergebnisse von Studien mit Mäusen ließen sich häufig auf Menschen übertragen, erklärt James Ruff die Auswahl seiner Testtiere. "Sie ernähren sich seit mehr als 10.000 Jahren so ähnlich wie wir Menschen." Bis zu 80 Prozent der Dinge, die für Mäuse giftig sind, sind es auch für Menschen, weiß der Biologe.

Er und sein Team wollen den Versuch nun erweitern, um auch die langfristigen Wirkungen von Zuckerkonsum zu untersuchen.

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