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Europäische Raumfahrtagentur

10.02.2015

Testflug: 100-Minuten-Mission für Experimentalflieger IXV

Experimentalflieger IXV startet am Mittwoch zum 100-minütigen Testflug ins All.
Bild: Manuel Pedoussaut/afp

Der Testflug des Experimentalfliegers IXV soll 100 Minuten dauern. Der Flug soll Fortschritt für die europäische Technologie bedeuten und Unabhängigkeit von Russland und den USA.

Die erste Mission des experimentellen Weltraumfliegers IXV soll 100 Minuten dauern. Am kommenden Mittwoch soll er mit einer Trägerrakete ins All geschossen werden. Die neue Technologie soll es der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) künftig ermöglichen, selbst Astronauten aus dem All sicher zurück auf die Erde zu bringen. Die letzte Phase von Weltraummissionen ist gefährlich. Das zeigte die "Columbia"-Katastrophe vor zwölf Jahren, als das US-Space-Shuttle beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre explodierte. Durch das Hitzeschild starben sieben Menschen.

Der Experimentalflieger IXV (Abkürzung für Intermediate eXperimental Vehicle) soll die Europäer unabhängig von den USA und Russland machen. "Wir wissen, wie wir ins All kommen und wie wir in einer Umlaufbahn bleiben", sagt ESA-Projektleiter Giorgio Tumino. "Was wir heute lernen wollen, ist diesen Kreis zu schließen und aus dem Orbit zurückzukommen. Das ist eine der komplexesten Disziplinen im Weltraum-Sektor."

Raumfahrzeug IXV ist die Hoffnung für europäische Technologie

"Heute fliegen unsere Astronauten in russischen Kapseln", sagt ESA-Projektleiter Tumino. "Wenn wir wollen, dass sie eines Tages mit europäischer Technologie zurückfliegen, dann ist das Projekt grundlegend." Am Mittwochnachmittag soll das Raumfahrzeug vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana mit einer Rakete ins All geschossen werden und eine Höhe von 450 Kilometern erreichen. Danach wird er mit mehrfacher Schallgeschwindigkeit zurück Richtung Erde fliegen. Durch einen Fallschirm wird das Gefährt abgebremst und soll im Pazifik landen. Luftkissen sollen verhindern, dass er sinkt. Ein Spezialschiff wird das Fahrzeug dann bergen.

Mehr als 300 Sensoren werden während des Wiedereintritts in die Erdatmosphäre Daten sammeln. Darunter sind auch Infrarotkameras. In sechs Wochen sollen dann erste Ergebnisse der Auswertung bekannt gegeben werden. Die ESA hat große Erwartungen an den Testflug: "Die Beherrschung unabhängiger Kapazitäten zur Rückkehr aus dem Weltraum verbunden mit einer weichen Landung auf der Erde eröffnet der ESA völlig neue Perspektiven", sagt die Weltraumagentur. "Sie ist Grundvoraussetzung für wiederverwendbare Raketenstufen, die Rückführung von Bodenproben von anderen Planeten und den Rückflug von Astronauten zur Erde."

Der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre ist heikel

Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre entsteht durch Reibung eine gewaltige Hitze. Bei einem zu spitzen Eintrittswinkel verglüht das Raumfahrzeug. Ist er zu flach, droht das Fahrzeug abzuprallen oder auf der Erde an einem anderen Ort als geplant zu landen.

Astronauten kehren mit einer Kapsel mit flachem Boden auf die Erde zurück. Vor der Landung wird die Kapsel abgebremst. Die Methode ist einfach, hat aber einen Nachteil: Es gibt wenig Kontrolle und Lenkungsmöglichkeiten bei der Landung.

Space Shuttles der US-Raumfahrtagentur Nasa konnten präzise auf einem Rollfeld landen, waren aber schwer und teuer. Der ESA-Weltraumflieger soll beide Vorteile vereinen: Er hat einen aerodynamischen Auftriebskörper und kann somit auch ohne Flügel fliegen. Der IXV ist mit vier Triebwerken ausgestattet. Durch hitzeresistenten Keramikschilde wird das Gefährt vor Temperaturen von bis zu 1.700 Grad geschützt. AZ/afp

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