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"Vorsicht, Verbraucherfalle!"
08.06.2016

ARD Verbraucher-Check: Die Tricks der Industrie mit künstlichen Aromen

Auf dem Becher sind frische Beeren abgebildet - das heißt aber nicht, dass auch echte Beeren darin stecken. Der ARD Verbrauchercheck testet Produkte auf verstecktes künstliches Aroma.
Foto: Symbolbild: Andrea Warnecke (dpa)

In der Sendung "Vorsicht, Verbraucherfalle!" zeigt das ARD, wie Verbraucher hinters Licht geführt werden. In der jüngsten Folge wurde der Einsatz von künstlichen Aromen erklärt.

Mit der Sendung "Vorsicht, Verbraucherfalle!" warnt das ARD Verbraucher davor, sich betrügen zu lassen. In der jüngsten Folge ging es nicht nur um Tricks beim Gebrauchtwagenverkauf, sondern auch um Fair-Trade-Siegel und die Aromatricks der Lebensmittelindustrie. So zeigte die Sendung auf, wie künstlicher Geschmack erzeugt und eingesetzt wird - und wie "Clean Label" den Verbraucher endgültig verwirren.

Natürliches oder künstliches Aroma: Diese Tricks werden eingesetzt

Billige Aromastoffe sorgen in vielen Lebensmitteln für den richtigen Geschmack, erklärt "Vorsicht, Verbraucherfalle!". Ohne auf die Abbildung zu schauen, wird es aber schwierig, die angeführte Geschmacksrichtung zu erkennen. Das liegt an den künstlichen Aromen, die anstelle leckerer Früchte eingesetzt werden. Fast 2.700 künstliche Aromen gibt es, und sie werden auf verschiedenste Art im Labor hergestellt. Durch sie ist gleich bleibender Geschmack gewährleistet.

Doch welcher Begriff wird für welche Art des zusätzlichen Geschmacksstoffs verwendet? Aroma heißt, dass es synthetisch hergestellt wurde - ob es einem natürlichen Lebensmittel nachgebaut wurde oder nicht, ist an dieser Bezeichnung nicht ablesbar.

Das natürliche Aroma oder der natürliche Aromastoff muss natürlicher Herkunft sein. Das heißt aber nicht, dass es aus einem Lebensmittel kommen muss. Es kann auch aus pflanzlichen oder tierischen Ausgangsstoffen stammen oder aus Mikroorganismen wie Schimmelpilzen gewonnen werden.

ARD Verbrauchercheck: Ananas aus Weiskohl und Verwirrung durch "Clean Label"

Ein Beispiel dafür, wie Verbraucher mit einer solchen Angabe ausgetrickst werden können, ist Ananas-Aroma. Man kann es ganz natürlich gewinnen, indem man Weißkohl mit Glukose und Salz versetzt. Es handelt sich um einen natürlichen Stoff, der allerdings nicht aus der Ananas selbst stammt. Ähnlich ist es mit anderen Fruchtaromen - Erdbeere aus Buchweizenstelzen, Himbeere aus Zedernholz oder Hopfen, Apfel aus Tagetesöl, Hefeöl-Destillat oder Weinfuselöl. Vanille kommt oft aus Reiskleie.

Ein weiterer Trick zur Verwirrung von Verbrauchern sind "Clean Label" - sogenannte "saubere Etiketten". Sie vermitteln den Eindruck, dass es sich um natürliche Lebensmittel handelt. Oft sind Produkte mit einer derartigen Kennzeichnung nicht so ursprünglich und natürlich, wie das Etikett suggeriert. "Ohne künstliche Aromen" heißt, dass es sich um ein "natürliches Aroma" handelt. Das kann aber auch aus dem Labor stammen. Nur wenn die Zutatenliste keine Aromen ausweist, stammt der Geschmack vollständig aus den verwendeten Lebensmitteln. sh

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