Freitag, 15. Dezember 2017

29. Mai 2015 06:12 Uhr

Windkraft

Bald werden sich die Windräder drehen

Mit dem Spatenstich für die sechs Anlagen im Blumenthaler Forst beginnen jetzt die Arbeiten an dem 28-Millionen-Projekt. Für Interessierte werden Besichtigungstermine angeboten.

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Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann wertete es als gutes Zeichen, dass es etwas windig war. Der Spatenstich galt schließlich dem Windpark im Blumenthaler Forst. Die Energiebauern GmbH hatte Bürgermeister, Grundstückseigentümer, Bankenvertreter und Baufirma an einen der sechs Standorte geladen. An der Gemeindegrenze zwischen Sielenbach und dem Dasinger Ortsteil Laimering neben der Kreisstraße 29 entsteht eine der beiden Anlagen auf Sielenbacher Flur.

Es ist das einzige Windrad, das nicht im oder am Wald stehen wird. Florian Bichler, einer der Geschäftsführer der Energiebauern GmbH, blickte auf die zweieinhalb Jahre zurück, die in der Entwicklung des Projekts stecken. „Das Thema polarisiert“, ging Bichler auf die Proteste gegen den Windpark ein. Die unsachliche Diskussion habe zu Ängsten geführt, die unbegründet seien. Bekanntlich laufen am Verwaltungsgericht Augsburg sechs Klagen gegen die Genehmigungen. Einen Verhandlungstermin gibt es noch nicht. Falsch sei der Vorwurf, für die Windräder würden ganze Wälder gerodet. Die Rodungen entsprächen nicht mal zehn Prozent der jährlichen Nutzmenge. „Der Papierverbrauch war größer!“, sagte Bichler zur Erheiterung der Runde.

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Habermann: Jeder muss Beitrag zur Energiewende leisten

20 bis 30 Fachbehörden waren am Genehmigungsverfahren beteiligt. Man habe versucht, einen Mittelweg zu finden, der die Interessen möglichst vieler berücksichtigt, so Bichler. Aber man könne es nicht allen recht machen. Der Windpark sei ein kleines Stück zum großen Ziel: weg von der Atomkraft. Mit vielen Projekten dieser Größe könne dieses Ziel erreicht werden, ist Bichler überzeugt.

Diese Meinung teilte Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann. „Wenn wir die Energiewende schaffen sollen, muss jeder einen Beitrag leisten“, sagte er. „Das Drama um die Stromtrassen darf sich nicht fortsetzen.“ Das Thema habe politisch enorm Wind gemacht. Er sei aber guter Dinge, dass sich die Gemüter beruhigen, die Ängste legen werden. Habermann betonte: „Wir freuen uns über dieses Projekt.“

Für Sielenbachs Bürgermeister Martin Echter war der Baubeginn „ein weiterer Schritt nach vorn, weg vom Atom und zu erneuerbaren Energien.“ Dabei habe Sielenbach die Energiewende schon seit Längerem geschafft, verwies Echter auf die Spitzenstellung seiner Kommune bei erneuerbaren Energien im Landkreis. Stolz war er auch, dass aus Sielenbach keine Einwände von Bürgern gegen das Projekt kamen.

In Dasing war das anders. Zweite Bürgermeisterin Anne Glas sagte dennoch, die Gemeinde sei froh über das Projekt. Es sei ein Beitrag, um unabhängig zu werden von Kohle, Öl und Atomkraft und die dezentrale Versorgung voranzutreiben. Die regionale Ausrichtung des Projekts sah sie als großen Vorteil. Der Gewinn bleibe in der Region.

Kritiker: "Naturschutzbehörde hat massiv versagt"

Die Regionalität vom Projektentwickler über die Grundeigentümer bis hin zu den Investoren und beteiligten Banken betonte auch Florian Bichler noch einmal: „Mehr Regionalität geht nicht.“ Bichler erläuterte den Bauablauf. Bis Jahresende sollen die sechs Windräder, die parallel gebaut werden, ans Netz gehen. Er rechnet mit großem Interesse an den Bauarbeiten. Um dieses in geordnete Bahnen zu lenken, soll es mehrere Besichtigungstermine geben, den ersten Mitte Juli. Der genaue Termin wird angekündigt.

Einer, der sich die Baustelle gestern schon mal angesehen hat, ist Bernd Huhnt. „Wir sehen mit tränenden Augen, was hier beginnt“, sagte der Sprecher der Interessengemeinschaft „Bürger für Transparenz & Gesundheit Laimering-Rieden-Gallenbach“ (BTG Bayern) gegenüber den AN. Die BTG bezweifelt die Wirtschaftlichkeit des Projekts und sieht Gesundheit und Vermögen der Anwohner ebenso gefährdet wie Naturschutz und Landschaftsbild. „Die Naturschutzbehörde hat hier massiv versagt“, sagt Huhnt. Die BTG unterstützt die Kläger vor dem VG. Huhnt glaubt an die Erfolgsaussichten der Klagen. „Ich sehe, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist“, sagte er.

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Ein Artikel von
Claudia Bammer

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Ressort: Lokalnachrichten Aichach

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