Donnerstag, 18. Januar 2018

15. September 2014 17:47 Uhr

Augsburg

13-Jähriger stirbt nach OP: Eltern wollen Ärzte vor Gericht sehen

Die Eltern eines 13-Jährigen aus dem Raum Pfaffenhofen, der nach einer Operation in der Augsburger Hessingklinik gestorben ist, geben nicht auf.

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Ein 13-jähriger Patient stirbt nach einer Wirbelsäulen-OP, da die Ärzte die lebensbedrohliche Situation nicht erkennen.
Foto: Jochen Aumann (AZ/Symbol)

Die Eltern wehren sich dagegen, dass das Amtsgericht vier Ärzten nicht den Prozess machen will. Die Staatsanwaltschaft hatte Versäumnisse gesehen und die Ärzte wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Das Gericht sah aber keine ausreichenden Belege für ein Fehlverhalten. Die Eltern haben Beschwerde gegen die Gerichtsentscheidung eingelegt. Sie meinen, dass nur ein ausführlicher Prozess die Schuldfrage klären kann.

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Der Schüler, der an einer Verkrümmung der Wirbelsäule litt, wurde im April 2010 operiert. Beim Anbringen eines sogenannten Fixateurs wurde eine Schraube falsch positioniert. Die Schraube traf eine Schlagader – weshalb der Junge später an einem Blutungsschock starb. Die Staatsanwaltschaft sieht vier Ärzte in der Verantwortung – einen Mediziner des Augsburger Klinikums und drei Mediziner der Hessing-Klinik, die inzwischen aber alle nicht mehr dort arbeiten.

Die Anklageschrift wirft den Ärzten vor, dass sie nach der Operation die Lage der Schrauben nicht mit einer Computertomografie prüften. Allerdings haben Gutachter festgestellt, dass dies im Jahr 2010 weltweit nicht üblich war. Der Junge klagte später über Magenschmerzen. Als Anzeichen für eine Entzündung dazukamen, kam der 13-Jährige ins Klinikum. Dort wurde einige Tage später eine CT-Aufnahme gemacht. Die Verletzung entdeckte man aber auch dabei nicht, heißt es.

Kein Verstoß gegen die Regeln der ärztlichen Kunst

Die Ärzte haben den lebensbedrohlichen Zustand ihres jungen Patienten zwar nicht erkannt. Sie haben aber nach Ansicht des Gerichts bei ihrem Vorgehen nicht gegen die Regeln der ärztlichen Kunst verstoßen und könnten deshalb auch nicht dafür bestraft werden. Rechtsanwalt Klaus Rödl, der einen der Ärzte vertritt, ist froh über die Entscheidung des Amtsgerichts. „Mein Mandant war überzeugt davon, dass er keinen Fehler gemacht hat“, sagt Rödl. Der Tod des Jungen sei aber allen Beteiligten sehr nahegegangen. jöh

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