Dienstag, 12. Dezember 2017

04. Mai 2016 06:33 Uhr

Augsburg

Augsburg bekommt wohl neues Stadtviertel für 30.000 Menschen

Im Südwesten von Haunstetten soll ein gigantisches Baugebiet für bis zu 30.000 Menschen entstehen. Es gibt allerdings Hürden.

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Auf diesem Gelände südlich von Haunstetten (das rote Gebäude am Ende des Feldes ist das Haunstetter Naturfreibad) ist ein neues Stadtviertel für bis zu 30.000 Menschen geplant.
Foto: Silvio Wyszengrad

Augsburg wächst. Die Einwohnerzahl steigt von Jahr zu Jahr. Fast 290.000 Menschen leben derzeit in der drittgrößten Stadt Bayerns. Der Zustrom hält an, der Platz wird knapp. Wo sollen Neuankömmlinge künftig leben? An welchen Orten besteht Entwicklungspotenzial? Das im Rathaus regierende Dreierbündnis CSU, SPD und Grüne gibt darauf eine Antwort: In Haunstetten-Südwest.

Es geht um ein riesiges Gebiet entlang der B17, das derzeit nicht erschlossen ist. Es sind Flächen auf Augsburger Flur, die bis an die Stadtgrenze der Nachbarkommune Königsbrunn reichen. In absehbarer Zeit gibt es auf dem Verkehrsweg eine direkte öffentliche Verbindung zwischen Augsburg und Königsbrunn. Die Straßenbahnlinie 3, die jetzt an der Inninger Straße in Haunstetten endet, wird in Richtung Königsbrunn verlängert. Dies ist ein wesentlicher Grund, warum die Stadtregierung nun große Pläne für das Areal im Auge hat.

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Die Ausgangslage ist klar: Insbesondere im Bereich Wohnen wird es notwendig sein, in Augsburg weitere Flächen auszuweisen, um ausreichend attraktiven und bezahlbaren Wohnraum schaffen zu können. In bestehenden Siedlungen nachzuverdichten, reicht nicht aus, sagt CSU-Fraktionschef Bernd Kränzle: „Daher ist es nötig, im Sinne einer Perspektive ab dem kommenden Jahrzehnt, Entwicklungspotenziale für die wachsende Stadt zu schaffen.“

Anstoß: Die Straßenbahnlinie 3

Ein gemeinsamer Antrag der drei Regierungsfraktionen im Augsburger Rathaus sieht in Haunstetten-Südwest Flächen für ein neues Areal vor, das insbesondere durch die verlängerte Straßenbahnlinie 3 gut zu erschließen sei. „Hier sehen wir ein besonders hohes Potenzial für attraktiven Wohnraum – auch für sozialen Wohnungsbau“, erläutert SPD-Fraktionschefin Margarete Heinrich.

Der Anteil des sozialen Wohnungsbaus in dem Gebiet soll ungefähr 30 Prozent betragen. „Moderne gemeinschaftliche Wohnkonzepte für Senioren, Familien und Menschen mit Behinderung sind zu berücksichtigen“, betont Heinrich. „Eine Durchmischung des Wohnens ist sicherzustellen, um den vorhandenen Strukturen Haunstettens gerecht zu werden und zugleich keine sozialen Brennpunkte von morgen zu schaffen.“

Martina Wild, Fraktionsvorsitzende der Grünen, verweist nicht nur wegen der Tram auf die verkehrsgünstige Lage: „Durch die Schaffung einer Süd-Nord-Achse für Fahrräder kann eine schnelle, direkte Anbindung in die Innenstadt eingerichtet werden. “

Den Grünen ist bei dem Projekt wichtig, „dass die Grünstrukturen des Areals hochwertig zu entwickeln sind und dabei Konzepte der Stadtökologie berücksichtigt werden“. Verwiesen wird auf ein Modell im baden-württembergischen Freiburg. Die Erfahrungen mit dem dortigen Vauban-Quartier sollen geprüft werden. Eine Parzelle innerhalb des Areals für autofreies Wohnen könnte entwickelt werden. „Es ist im Interesse der zukünftigen Bewohner, hohe Energiestandards umzusetzen und innovative gesamtheitliche Energie- und Grünkonzepte für das Areal zu entwickeln“, so Wild.

Wichtig: Viel Grün und Freizeitwert

Wert wird bei den jetzigen Überlegungen darauf gelegt, dass es ein Areal mit hohem Freizeitwert und einer damit verbundenen Aufenthaltsqualität ist. Großzügig geplante Grünflächen gehörten hier dazu.

CSU, SPD und Grüne sind sich einig, dass die Belange von Autoverkehr, Fahrradverkehr und Nahverkehr und deren Vernetzung in die Planungen einfließen müssen. Bis zur Umsetzung ist es aber noch ein weiter Schritt: Gedacht ist zunächst an einen international ausgelobten Ideenwettbewerb.

Ziel ist es für die Politik, dann ein gutes städtebauliches Gesamtkonzept vorliegen zu haben. Die Dimension klingt jedenfalls gigantisch: Bis zu 30000 Menschen könnten in einigen Jahren in dem neuen Gebiet leben, sagt Kränzle.

Bis es dazu kommt, ist noch viel Vorarbeit zu leisten. Die Grundstücke sind in privater Hand. Das insgesamt 180 Hektar große Areal verteilt sich auf über 100 Grundstückseigentümer.

Augsburgs Baureferent Gerd Merkle weiß um die Sensibilität bei dem Thema: „Wir suchen die Partnerschaft mit den Landwirten und Eigentümern.“ Merkle spricht daher bereits von einem mehrjährigen Planungsprozess, der in enger Abstimmung mit den Bürgern ablaufen soll.

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Michael Hörmann

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