Nach der Berichterstattung über den Ausbau des Curt-Frenzel-Stadions gehen OB Kurt Gribl und Referent Peter Grab in die Offensive - und gaben eine Pressekonferenz. Von Thomas Faulhaber



Wellen schlug unsere Berichterstattung über den umstrittenen Ausbau des Eisstadions: Da der Stadt Mehrkosten in Millionenhöhe drohen, rüste man sich für eine Klage gegen die Verantwortlichen der Pannen. OB Kurt Gribl und Referent Peter Grab riefen kurzfristig eine Pressekonferenz ein und versuchten die Wogen zu glätten.
Gribl betont, dass diese Klage-Spekulation "nicht gerechtfertigt" sei. "So schnell schießen die Preußen nicht", meinte er schmunzelnd. Es gehe zunächst darum, die "Mangelhaftigkeit", von der er selbst ausgehe, von einem Gutachter feststellen zu lassen. Bekanntlich beklagen Fans bitter miserable Sichtverhältnisse. OB: "Dann erst werden weitere Entscheidungen über die Vorgehensweise getroffen." Sollten Verbesserungen nötig sein, müssen auch "mögliche Regressansprüche überprüft werden", bestätigt der OB. Was für Beobachter bedeutet: Eine Klage steht im Raum.
Der OB meint allerdings, wenn man schon jetzt über Klagen diskutiere, stünden "unerfüllbare Erwartungshaltungen" auf der Tagesordnung, warnte er. "Wir führen die Frage der Verantwortlichkeit - aber nicht jetzt", stellte der OB fest. Erkenntnisse erhofft sich der OB schon nächste Woche vom Gutachter. Dass die mit dem Umbau des Stadions betraute Stadt-Tochter AGS den Gutachter zahlt, könnte jedoch neuen Ärger bedeuten. Im Streitfall ist die AGS ein Beteiligter. "Das ist nicht ohne Risiko", sagt der OB. Doch ihm gehe um schnelle Lösungswege.
Zwischen ihm und Peter Grab gebe es auch keine "atmosphärischen Störungen", betonte der OB gegenüber den zahlreichen Medienvertretern. "Wir gehen sachgerecht miteinander um." Dass er das Projekt zur Chefsache gemacht habe, liege in der Bedeutung begründet. "Ich lasse den Referenten in so einer Situation nicht alleine. Ich bin nicht feige."
Es ging vielmehr um eine "Koordination" der Aussagen der Beteiligten, von denen es viel zu viele gegeben habe. Was der OB darunter verstand, machte er kurz darauf deutlich, als er Peter Grab ins Wort fiel, als dieser zur Frage einer möglichen Mietpreissenkung für den AEV Aussagen treffen wollte, die nicht abgestimmt waren. Solange die Mängel nicht vom Gutachter bestätigt seien, gebe es keine Auskünfte darüber, beschied der OB.
FDP-Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß bleibt kritisch: "Das Vorgehen der Stadt verwundert immer mehr." Das "hervorragende Verhältnis zwischen OB und Bürgermeister" zu betonen, sei angesichts der Lage eine "Farce". Priorität sollte die Aufklärung der "undurchsichtigen Vorgänge rund um die Auftragsvergabe" haben. "Restlose Aufklärung, wer für die Misere verantwortlich ist", fordert die neue Gruppierung "Bürger für das Curt-Frenzel-Stadion". "Alle, die Mist gebaut haben, müssen zur Rechenschaft gezogen werden", fordert AEV-Ehrenpräsident Gottfried Neumann als Gründungsmitglied. Von Thomas Faulhaber
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