Samstag, 16. Dezember 2017

15. Juni 2017 07:21 Uhr

Augsburg

Das kosten Tickets in Bus und Bahn ab 2018

Jetzt soll die Politik grünes Licht für die lange geplante Tarifreform im Nahverkehr geben. Manches wird einfacher, doch nicht alle Fahrgäste werden sich freuen.

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Im Nahverkehr in Augsburg und der Region soll sich zum Jahreswechsel einiges ändern.
Foto: Silvio Wyszengrad

Am vergangenen Sonntag wurden die Fahrkarten für Bus, Tram und Zug teurer, doch in einem halben Jahr stehen dem Nahverkehr in der Region viel größere Änderungen ins Haus. Die seit Jahren geplante Tarifreform nimmt konkrete Züge an. Am kommenden Dienstag sollen die Politiker aus Augsburg und den Landkreisen Augsburg, Aichach-Friedberg und Dillingen dafür endgültig die Weichen stellen. Hier ein Überblick, was die Reform, die zum 1. Januar 2018 in Kraft treten soll, für die Fahrgäste bedeutet:

Tarifzonen In der Stadt Augsburg sollen die beiden Zonen 10 und 20 für Nutzer von Einzelfahrausweisen und Streifenkarten vereinigt werden. Das soll das Angebot leichter verständlich machen. Für Abonnenten und Monatskartennutzer gibt es die Zonentrennung weiterhin.

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Abos Neues Flaggschiff soll das Sparabo für 30 Euro sein, das im Stadtgebiet Augsburg ab 9 Uhr gültig sein wird. Bisher kostete das vergleichbare Angebot 40 Euro monatlich. Für Berufstätige, die vor 9 Uhr fahren müssen, kostet das Angebot künftig 50 Euro und damit in etwa gleich viel wie nach der jüngsten Preiserhöhung. Mit dem neuen Sparabo fallen das von der Stadt bezuschusste Sozialticket, das Seniorenabo und das Schnupperabo weg.

Senioren-Abo soll erst ab 9 Uhr gelten

In der Augsburger SPD regt sich Widerstand, weil die Senioren künftig nicht mehr ab 8 Uhr, sondern erst ab 9 Uhr fahren dürfen. Auch dass das Sozialticket wegfällt, gefällt den Sozialdemokraten nicht. "Wer beispielsweise Aufstocker ist und an der Kasse arbeitet, kommt mit dem neuen Abo-Angebot erst ab 9 Uhr in die Arbeit, kritisiert Fraktionschefin Margarete Heinrich. Die Stadtwerke kontern: Senioren kämen künftig mit dem Sparabo für jedermann 3,50 Euro pro Monat günstiger weg. "Aufs Jahr gerechnet kann man sich davon 36 Streifen auf der Streifenkarte kaufen, die man für Fahrten vor 9 Uhr nutzen kann", sagt Michael Neßler, Bereichsleiter Kundenmanagement bei den Stadtwerken. Insofern sehe man mitnichten eine Verschlechterung.

Streifenkarten Die Streifenkarte kostet seit Sonntag 10,80 Euro und wird nach der Reform nicht teurer. Für Nutzer von Handytickets sinkt der Preis auf 10,30 Euro. Die größte Änderung gibt es durch die künftig zusammengelegten Zonen 10 und 20. Bisher kostete eine Fahrt einen oder zwei Streifen, abhängig davon, ob man die Zonengrenze (eine Linie mit etwa 2,5-Kilometer-Radius um den Königsplatz) überfuhr. Das fällt weg. Nachteil: Grundsätzlich werden künftig für jede Fahrt zwei Streifen fällig, sie wird also doppelt so teuer. Ausnahme ist die neu eingeführte Kurzstrecke: Sie gilt fünf Haltestellen (inklusive der Einstiegshaltestelle). Wer so kurz fährt, für den wird ein Streifen fällig.

2,90 Euro für längere Fahrten

Einzelkarten Die gleiche Systematik gilt bei Einzelkarten. Das Kurzstreckenticket kostet 1,45 Euro (entspricht dem aktuellen Preis für Preisstufe 1). Es gilt (mit Einstiegshaltestelle) fünf Haltestellen weit für Busse und Straßenbahnen in Augsburg. Für längere Fahrten in der Stadt werden 2,90 Euro fällig.

Tageskarten Bei der Tageskarte (6,40 Euro in Augsburg) ist es künftig möglich, ab 9 Uhr gegen einen Aufpreis von jeweils zwei Euro bis zu vier weitere Erwachsene mitzunehmen. Das war bisher nicht möglich.

Ziele AVV und Stadtwerke haben das Problem, trotz steigender Fahrgastzahlen weniger Abos zu verkaufen. Ziel ist es, die Fahrgastzahlen zu steigern und mehr Geld einzunehmen. Abos sind dabei die verlässlichste Einnahmequelle. Darum sollen Kunden in Richtung Abos gedrängt werden, indem diese attraktiver und die Einzelfahrscheine unattraktiver gemacht werden.

Fahrgastströme sollen gesteuert werden

Das Geld ist der Grund, warum an der 9-Uhr-Regel beim Sparabo festgehalten werden soll. Teils wird das in der Politik kritisch gesehen. Die Verkehrsunternehmen wollen so aber die Fahrgastströme steuern, denn morgens sind Busse und Trams ohnehin knallvoll – mehr Fahrgäste um diese Zeit würden höhere Kosten bedeuten, weil mehr Busse und Trams fahren müssten. Also ist die Hoffnung, ab dem späteren Vormittag die ohnehin fahrenden Straßenbahnen und Busse, die dann nicht mehr ganz so gut gefüllt sind, voller zu bekommen.

Das Beratungsunternehmen Mobilité, das den AVV bei der Tarifreform unterstützt, hat ausgerechnet, dass eine Freigabe des Sparabos auf 8.30 Uhr zwischen 1,5 und 3 Millionen Euro jährlich kosten würde, eine Vorverlegung auf 8 Uhr zwischen 2,5 und 5 Millionen Euro.

Gewinner und Verlierer Der AVV beziffert den Anteil der Nutzer, die gleich viel oder weniger bezahlen, mit 74 Prozent. Das schließt auch die Schüler mit ein. Für vier Prozent wird es um bis zu fünf Prozent teurer, 21 Prozent zahlen künftig mehr als fünf Prozent. Die Verteuerungen wurden größtenteils mit der bereits erfolgten Preiserhöhung vom Sonntag schon vorweggenommen.

Die deutlichsten Verlierer sind Gelegenheitsfahrgäste, die mit Einzelfahrschein oder Streifenkarte in einer Zone unterwegs sind und die das Kurzstreckenticket nicht nutzen können, weil sie mehr als vier Haltestellen weit fahren. Sie zahlen künftig doppelt so viel.

Gewinner sind Abonnenten, die aufs 30-Euro-Sparticket umsteigen können. Sie sparen künftig zehn Euro monatlich. Profitieren werden je nach Strecke auch Fahrgäste mit Einzelfahrschein, die bisher bei einem relativ kurzen Weg eine Zonengrenze überquerten. Für sie bietet sich das Kurzstreckenticket an (sein Vorgänger Mini-Ticket war kaum verständlich). Grundsätzlich schafft die neue Innenzone Ungerechtigkeiten ab: Bisher kann man auf einigen Linien (etwa dem 35er) mit einer Preisstufe durch die halbe Stadt fahren, auf anderen Linien zahlt man für die Hälfte der Strecke doppelt so viel.

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Stefan Krog

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