Sonntag, 2. Oktober 2016

15. Oktober 2010 15:03 Uhr

Augsburg

Diebstahl im Online-Spiel: 16-Jähriger muss vor Gericht

Weil er zwei Freunden im Online-Spiel "Metin2" die virtuellen Rüstungen geklaut hat, muss ein 16-Jähriger in Augsburg vor das Amtsgericht.

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Metin2 ist ein Computerspiel mit Millionen Fans in der ganzen Welt. Bild: Gameforge

Kuriose Welt:: Weil er zwei Freunden im Online-Spiel "Metin2" die virtuellen Rüstungen geklaut hat, muss ein 16-Jähriger in Augsburg vor das - reale - Amtsgericht. Dem Jugendlichen droht Geld- oder Freiheitsstrafe.

"Metin2" ist ein sogenanntes Massen-Rollenspiel. Weltweit versammeln sich dabei tausende Menschen gleichzeitig vor ihren Computern, um über das Internet in einer Fantasiewelt miteinander und gegeneinander anzutreten.

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Bei Massen-Rollenspielen (im Fachjargon MMORPG genannt) geht es freilich längst nicht nur um Spaß und Punkte, sondern auch um echtes Geld. Um in den virtuellen Welten Erfolg zu haben, kann man sich mit harter Währung Ausrüstung, Waffen und Ähnliches für seine "Spielfigur" hinzukaufen - und so seine Chancen verbessern..

So auch bei Metin2. Über 17 Millionen Fans tummeln sich in der virtuellen Fantasiewelt, brachten dem Anbieter Gameforge allein 2009 durch den Verkauf virtueller Güter angeblich einen dreistelligen Millionenumsatz ein.

Und einen 16-Jährigen aus dem Raum Augsburg vor Gericht. Der Heranwachsende muss sich nämlich kommende Woche wegen rechtswidriger Datenveränderung vor dem Amtsgericht verantworten.

Der 16-Jährige und zwei Freunde waren ebenfalls zusammen in der Welt von Metin2 unterwegs. Die Spielcharaktere seiner zwei Bekannten waren durch Nachrüstungen mittlerweile 1000, beziehungsweise sogar 3500 Euro wert.

Der Jugendliche bekam dann von seinen beiden Freunden den Auftrag, ihre beiden wertvollen Spielcharaktere weiter aufzurüsten. Dazu gaben sie ihm auch ihre Zugangsdaten für Metin2. Doch der 16-Jährige machte den Ermittlungen zufolge genau das Gegenteil. Statt die Figuren seiner Freunde weiter auszubauen, entfernte er deren teuer gekaufte Rüstungen.Warum, ist noch nicht ganz klar.

Die Staatsanwaltschaft wertet das Verhalten des Jugendlichen jedenfalls als Datenveränderung, eine Straftat, auf die bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe steht.

Der Prozess vor dem Jugendrichter des Augsburger Amtsgerichts findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Ein Urteil soll am Mittwoch fallen.
 

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Ein Artikel von
Sascha Borowski

Augsburger Allgemeine
Ressort: Online-Redaktion



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