Freitag, 20. Oktober 2017

07. Juli 2017 10:00 Uhr

Leipheim

Höchstleistung für das Kinderfest

Das 200. Kinderfest in Leipheim hat begonnen. Warum die Stadtkapelle Leipheim in diesen Tagen ein Mammutprogramm absolviert und warum sie dennoch nicht den Spaß verlieren.

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Für die alteingesessenen Leipheimer gibt es eigentlich nur zwei Jahreszeiten: vor und nach dem Kinderfest. Und die Tage des Kinderfestes selbst natürlich, an denen in Leipheim irgendwie Ausnahmezustand herrscht. In diesem Jahr dürfen die Besucher sogar einen Tag länger feiern – zur 200. Geburtstag wurde das Programm ausgeweitet. Bereits am gestrigen Freitag – und nicht wie üblich am Samstag. wurde das Kinderfest eröffnet – mit dem obligatorischen Fassanstich, den Bürgermeister Christian Konrad mit drei Schlägen geschafft hat.

Für die Stadtkapelle Leipheim hat damit wieder die schönste Zeit des Jahres begonnen. „Das Kinderfest ist unser heiß geliebtes Heimatfest“, sagt Dirigentin Lisa Mayer. Und dafür nehmen die Musiker so einiges auf sich. 57 Märsche spielt die Stadtkapelle in dieser Zeit und allein am Kinderfestsonntag legt jeder Musiker 20323 Schritte zurück. Blasen an den Füßen sind da vorprogrammiert. Eine Musikerin hatte sogar einmal blutige Zehen, da sie ausgerechnet für die Umzüge auf neue Trachtenschuhe umgestiegen ist, erzählt Lisa Mayer. Aber gejammert wird nicht, im Gegenteil. „Das Kinderfest ist für uns mit viel Arbeit, Fleiß und Schweiß verbunden. Aber auch mit ganz viel Spaß“, sagt sie. Die Dirigentin führt einen Musiker Haushalt – ihr Mann und ihre drei Töchter spielen ebenfall in der Stadtkapelle. Da wundert es nicht, dass Lisa Mayer an den Kinderfesttagen jeden Tag eine Maschine Wäsche waschen muss, damit am nächsten Tag die Tracht wieder sauber ist.

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„Unser Kinderfest beginnt immer einen Tag vor der eigentlichen Eröffnung“, erzählt Lisa Mayer. Am Abend vor dem Kinderfest findet traditionell die Serenade auf dem Schlosshof statt. Natürlich ist da auch die Stadtkapelle dabei. Zum Jubiläum haben sie diesmal eine Weltpremiere gespielt: die eigens komponierte Kinderfest-Polka. Auf die Idee hat sie ein Stadtratsmitglied gebracht, verrät die Dirigentin. Ein Erkennungslied für das Kinderfest sollte geschaffen werden. Die Stadtkapelle hat kurzerhand bei dem österreichischen Dirigenten Helmut Zsaitsitis angefragt. „Wir wollten etwas Nachhaltiges schaffen“, so Lisa Mayer. Die Polka selbst beschreibt sie als fröhlich und leicht mit andächtigen Elementen – so wurde zum Bespiele eine Passage des Schnitterreigens eingearbeitet. „Bei den Proben haben unsere jungen Musikerinnen automatisch mitgesungen“, sagt Lisa Mayer lächelnd. Helmut Zsaitsitis hat die Weltpremiere am Donnerstagabend auf dem Schlosshof sogar selbst dirigiert. „Für uns ist das ein Geschenk“, sagt Lisa Mayer. Die Kinderfest-Polka soll bei allen möglichen Gelegenheiten gespielt werden, sogar auf der Alten Wiesn in München, wo die Stadtkapelle auftritt.

Am Sonntagmorgen klingelt um 5 Uhr der Wecker

Natürlich haben die Musiker die Polka auch bei der Festeröffnung am Freitagnachmittag gespielt. Und danach begann das Mammutprogramm des Kinderfest-Wochenendes. Stundenlang stehen die Musiker an den vier Tagen des Kinderfestes auf der Bühne und unterhalten die Besucher. Sonntagmorgen klingelt um 5 Uhr in der Früh der Wecker, denn um 6 beginnt die Stadtkapelle mit ihrem Weckruf durch Leipheim. Drei Stunden marschieren die Musiker durch die Stadt. Einige Bürger holen sie mit ihren Stücken buchstäblich aus den Betten. „Die schönsten Nachthemden gibt es in der Schloßhalde“, weiß Lisa Mayer und lacht.

Gelegentlich erhalten die Musiker sogar eine Flaschenpost von oben: Von den Balkonen herab werden sie mit Wasserflaschen versorgt. Im Gasthaus Hirsch sind sie am Kinderfestsonntag auf Lebenszeit zum Frühstück eingeladen. Nach dem Weckruf heißt es schnell nach Hause fahren und Schuhe putzen, denn schon wenige Stunden später beginnt der Festumzug durch die Altstadt – und da müssen alle tipptop aussehen. Begleitet werden die Musiker während des Umzugs von ihren „Wasserfrauen“, die sie mit Getränken versorgen.

Auf dem Sportplatz angekommen geht es gleich weiter: Wenn die Festspiele beginnen begleitet die Stadtkapelle jede Klasse auf den und vom Platz. In diesem Jahr haben sie außerdem noch eine weitere wichtige Rolle: Nach jahrzehntelanger Pause werden wieder die Freiübungen aufgeführt. Die Stadtkapelle spielt den passenden Marsch dazu. Nach den Spielen geht es sofort weiter, ab auf die Bühne und abends beginnt ja schon wieder der Umzug vom Sportplatz zum Schlosshof, wo die Abendandacht stattfindet. Da der Festumzug und die Spiele am Montag wiederholt werden, beginnt an diese Tag das gleiche Spiel von vorne – natürlich in frisch gewaschener und gestärkter Bluse und geputzten Schuhen, das ist Pflicht.

„Wir sind einfach mit Herzblut dabei“, erzählt Lisa Mayer. Einmal wurden die Musiker wegen Starkregens nach Hause geschickt. „Da haben wir uns einfach Gummistiefel angezogen und haben weiter gefeiert.“ Dass das Kinderfest einmal ausfallen könnte? Für Lisa Mayer – und viele weitere Leipheimer – ist das einfach undenkbar.

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Ein Artikel von
Angela Brenner

Günzburger Zeitung
Ressort: Leipheim und Umgebung sowie Ichenhausen und Umgebung.


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