Samstag, 24. Februar 2018

23. November 2013 11:18 Uhr

Augsburg

Im Bordell verliebt: 25-jährige Prostituierte erpresst Mann

In einem Augsburger Bordell hat sich ein Mann in eine Prostituierte verliebt. Nach einer kurzen Beziehung wollte die 25-Jährige Geld von ihm. Als er nicht zahlte, drohte sie ihm. Von Peter Richter

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"Du gibst ihr jetzt sofort das Geld, sonst schlage ich dich tot." So wurde ein 34-Jähriger bedroht, weil er seiner Ex-Geliebten kein Geld geben wollte. Symbolbild
Foto: Oliver Berg/Archiv (dpa)

Der gelernte Polsterer hatte sich 2012 beim Besuch eines Bordells im Augsburger Stadtteil Kriegshaber in eine der Prostituierten verliebt. Anfangs schien die aus der Slowakei stammende 25-Jährige seine Gefühle zu erwidern. Auch als die Frau Monate später das Liebesverhältnis für beendet erklärte, blieb man freundschaftlich verbunden.

Immer wieder lieh sich die kleine Frau mit den langen, blondierten Haaren Geld von dem Junggesellen, der nach wie vor in sie verliebt war. Am Ende waren es mehr als 6000 Euro, die ihr der Mann, vom ermittelnden Kripobeamten später als „äußerst gutmütig und leichtgläubig“ beschrieben, freiwillig gab.

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Slowake sollte ihn erschlagen, falls er nicht zahlte

Als der 34-Jährige nicht mehr zahlen wollte, begann die Frau, Mutter eines kleinen Sohnes, ihn zu erpressen. Diesen Januar tauchte sie, begleitet von einem Landsmann, in seiner Wohnung auf. Der kräftig gebaute Slowake drohte: „Du gibst ihr jetzt sofort Geld, sonst schlage ich dich tot.“

Doch weil der 34-Jährige glaubhaft versicherte, nichts bei sich zu haben, nahm ihm das Paar nur das Mobiltelefon weg. Tags darauf verkauft es der Slowake in einem Handy-Shop.

Der Mann zahlte aus Angst

In den folgenden Wochen meldete sich die Prostituierte mehrmals bei ihrem früheren Liebhaber. Jedes Mal forderte sie Geld. Und der Mann zahlte, aus Angst. Bis er im April zur Polizei ging. Zwei Monate später wurden beide Täter verhaftet. Die Prostituierte, die zwischenzeitlich bei ihrer Mutter in der Slowakei gewesen war, kam selbst ins Augsburger Polizeipräsidium. Sie hatte erfahren, dass sie mit Haftbefehl gesucht wird.

Dies ist einer der Gründe, warum die Urteile des Schöffengerichts jetzt für beide Angeklagten milde ausgefallen sind. Beide waren sie geständig, sind nicht vorbestraft, haben zudem mehrere Monate Untersuchungshaft hinter sich.

Das Gericht hat die 25-Jährige zu einer Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt, ihren mitangeklagten Landsmann von zwei Jahren. Viel hat nicht gefehlt, wie aus dem Urteil hervorgeht, und der angeklagte Slowake (Verteidiger Jörg Seubert) hätte ins Gefängnis zurück müssen. Denn er hatte sich einen perfiden Plan einfallen lassen, um den Erpressten noch mehr unter Druck zu setzen.

Eines Abends klingelte er, begleitete von zwei mit Baseballschlägern bewaffneten Männern, an der Wohnungstür der Schwester in Stadtbergen. Er forderte sie auf, ihrem Bruder auszurichten, man werde ihn schon noch finden.

Noch einmal trafen sich die Prostituierte und ihr früherer Lover am Hauptbahnhof, er übergab ihr 300 Euro. Fünf Tage später erstattete der Augsburger dann aber Strafanzeige.

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Schlagworte

Augsburg | Slowakei | Kriegshaber | Polizei

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