Die Generalsanierung des Klinikums wird wohl deutlich länger brauchen als veranschlagt. Von Stefan Krog
Klinikums-Vorstand Alexander Schmidtke hatte angepeilt, die 350 Millionen Euro teure Modernisierung – bestehend aus Neubauten und einer Komplettsanierung – bis 2020 abzuschließen. Von diesem Zeitplan hat sich das Krankenhaus verabschiedet.
Bei einer Veranstaltung zum 30. Jubiläum der Klinikums-Inbetriebnahme sagte Schmidtke gestern, dass die Arbeiten spätestens 2025 abgeschlossen sein sollten. Offenbar sieht man bei der Sanierung der vier Hochhausflügel, in denen die Stationen mit Patientenzimmern untergebracht sind, Probleme mit einer Schnellsanierung. Statt 2015 sollen dort die Bauarbeiter erst 2016 anrücken und dann mehr Zeit bekommen. Der Umbau solle für Patienten und Personal möglichst schonend werden, so Schmidtke. Alle Zimmer werden saniert, das ganze Hochhaus soll eine Glasfassade bekommen, die an die bisherigen Außenwände montiert wird.
Die anderen Arbeiten sollen nach dem bisherigen Zeitplan abgeschlossen werden. Diese beinhalten den Neubau des Kinderkrankenhauses mit Mutter-Kind-Zentrum (läuft bereits; heuer Richtfest), den Neubau eines West-Anbaus für Intensivstation und Labor sowie Station für den Rettungshubschrauber auf dem Dach. Im OP-Trakt wurde inzwischen die Hälfte der Säle außer Betrieb genommen, die Vorbereitungsarbeiten für die Sanierung laufen. Für Eingriffe stehen die andere Hälfte des OP-Traktes sowie OP-Säle in Fertig-Baumodulen zur Verfügung, die auf das Dach eines Vorgebäudes gestellt wurden.
Zu wenig Fläche für Patienten
Schmidtke betonte, dass sich die Zeitplanung noch ändern könnte. Es gehe nicht darum, Bauabschnitte aneinanderzureihen. Vielmehr müsse man schon jetzt daran denken, wie die Medizin in 15 Jahren aussieht. Das Haus in seiner jetzigen Aufteilung habe zu viel Flächen für Hauswirtschaft und Versorgung, aber zu wenig Flächen für Patienten. Das müsse sich ändern.
Seit Bestehen des Klinikums, das in den 70er Jahren als Ersatz für das Haupt-, Ost- und Westkrankenhaus sowie für das damalige Kreiskrankenhaus Haunstetten gebaut wurde, sind 1,75 Millionen Patienten stationär behandelt worden. Inzwischen sei das Krankenhaus auf einem guten Weg, so Vize-Landrat Max Strehle. Der Freistaat beteilige sich an der Sanierung. Es sei ein „Geburtsfehler“ gewesen, das Klinikum nicht in staatlicher, sondern kommunaler Trägerschaft zu betreiben. Hinzu sei der „Konstruktionsfehler“ gekommen, dass Stadt und Landkreis Augsburg bei der Finanzierung kein Eigenkapital gegeben, sondern Kredite aufgenommen haben. Dies habe für jahrelange hohe Abschreibungskosten gesorgt. Die Träger mussten 298 Millionen Euro zuschießen. Seit 2011 macht das Krankenhaus keine Verluste mehr.
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