Freitag, 15. Dezember 2017

07. Dezember 2017 06:30 Uhr

Augsburg

Naturwissenschaft für kleine Entdecker

 Mit einfachen Experimenten bringen Freiwillige Kindern Wissenschaft und Technik näher. Für das Projekt in Kitas und Horten werden noch weitere Helfer gesucht. Von Gerlinde Knoller

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Unter welchem Glas verlischt die Kerze zuerst? Mit einfachen Experimenten erlernen die „kleinen Entdecker“ Sahel, Merjem und Jonas von den freiwilligen Helfern Harald Högg und Conny Zeitlmair die Grundlagen der Physik.
Foto: Annette Zoepf

Wach und aufmerksam sind die Kinder bei der Sache. Harald Högg stellt ein großes Glas, gefüllt mit Wasser, auf den Tisch. Dann nimmt er ein Trinkglas, dreht es um und senkt es langsam ins Wasser. Er kippt das kleine Glas – Luftblasen steigen blubbernd auf.

Das Phänomen der „Gase“ ist heute in der städtischen Kindertagesstätte Euler-Chelpin-Straße Thema der „Kleinen Entdecker“. So heißt ein Projekt des Freiwilligen-Zentrums Augsburg, bei dem seit inzwischen drei Jahren Freiwillige wie Harald Högg einmal die Woche für eine knappe Stunde in Kindertagesstätten oder Schulen kommen, um Kinder schon früh mit naturwissenschaftlichen Fragen und mit dem Forschen vertraut zu machen. Harald Högg – er ist in Altersteilzeit – macht das gerne. Beruflich war er Maschinenbauingenieur. „Ich war zeitlebens in der Konstruktion“, sagt er. Er schätzt es, den Kindern mit einfachen Dingen, die jeder im Haushalt hat, ohne große Theorie, naturwissenschaftliche Phänomene zu vermitteln. Sechs Kinder sind an diesem Mittwoch bei den Experimenten dabei, dazu die Erzieherin Conny Zeitlmair.

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Die Freiwilligen werden für das Projekt geschult

Das bayernweite Freiwilligenprojekt bezieht sich ausschließlich auf die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Die Freiwilligen, aber auch Erzieherinnen, werden für dieses Projekt geschult. „Sie müssen kein spezielles naturwissenschaftliches Wissen mitbringen“, sagt die Projektleiterin Janna Hauser vom Freiwilligen-Zentrum Augsburg. Bei den Schulungen werden auch die Experimente vorgestellt. Derzeit sind in Augsburger Einrichtungen für das Projekt sieben Freiwillige unterwegs. „Zu wenig“, bedauert Janna Hauser, die sich gut noch mehr engagierte Menschen für die „Kleinen Entdecker“ vorstellen könnte.

Viel Material braucht Harald Högg wirklich nicht, um, wie er sagt, „zu zaubern“. Zu den zwei Gläsern kommen jetzt noch ein Gummibärchen dazu und ein zerknülltes Küchenkrepp. Auf den Boden des Trinkglases legt er das Gummibärchen, darüber stopft er das Küchenkrepp. Dann dreht er das Glas um und senkt es wieder langsam in das große, mit Wasser gefüllte Glas.

Experimente bringen die Kinder zum Staunen

Die Kinder staunen: Sie sehen, dass in der Luftblase des Glases sowohl Gummibärchen, als auch Küchenkrepp trocken bleiben. Und erfahren, dass dies das Prinzip einer „Taucherglocke“ ist. Nur so könnten auf dem Grund eines Flusses etwa Brückenpfeiler gebaut werden, ohne dass die Arbeiter dabei nass werden. „Das Experiment könnt Ihr mal mit Eurem Zahnputzbecher in der Badewanne zu Hause ausprobieren“, empfiehlt die Erzieherin den Kindern.

Eher nicht zum Nachahmen zuhause, aber zum Schauen und Staunen war das Experiment mit den drei Teelichtern und den drei unterschiedlich großen Gläsern, die die Kinder zur gleichen Zeit über die brennenden Kerzen stülpten. Sie durften dabei beobachten, wie die Kerzen nacheinander verlöschten, erst die im kleinsten, dann die in den größeren Gläsern. Harald Högg zeigte ihnen damit auf, wie die Kerze unter den Sauerstoff im Glas verbraucht und daraus Kohlendioxid produziert.

Die Leiterin der Kindertagesstätte, Sabine Barnickel, ist dankbar dafür, dass Harald Högg regelmäßig nicht nur zu den Kindergarten-, sondern auch zu den Hortkindern kommt, um mit ihnen zu experimentieren. Im Kindergartenalltag käme dies sonst vielleicht zu kurz. „Das letzte Mal haben die Hortkinder mit ihm gebuttert!“, erzählt sie, und dass alle ganz begeistert waren.

Info Wer für das Projekt „Kleine Entdecker“ als Freiwilliger mitmachen möchte, kann sich melden bei: Freiwilligen-Zentrum Augsburg, Janna Hauser, Telefonnummer 0821/45042221 oder Hauser@freiwilligen-zentrum-augsburg.de

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