Sonntag, 25. September 2016

09. Mai 2011 00:07 Uhr

Augsburg

Neue Technik hilft bei OP von Herzpatienten

Eine Million Euro teure Anlage für das Augsburger Krankenhaus Diako: Künftig sind mehr und komplexere Eingriffe möglich. Von Christian Mühlhause

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Es passierte ohne ersichtlichen Grund: Der Puls von Peter Müller (Name geändert) schoss auf bis zu 190 Schläge in der Minute hoch und seine Füße wurden wie Gummi und versagten ihren Dienst. Seit acht Jahren geht das schon so. Anfangs schob es der Mann aus dem Unterallgäu auf das Klima, doch vergangenen Sommer wurde sein Herzrasen so schlimm, dass er zum Arzt ging. Teils 30 Minuten dauerten die Anfälle.

„Hinzu kam, dass ich häufiger schlecht Luft bekam“, so Müller. Die Ärzte diagnostizierten eine Gefäßverengung doch die eingesetzte Gefäßstütze (ein sogenannter Stent) behob nur die Atemnot. Deswegen überwies ihn sein Hausarzt zur Herzoperation nach Augsburg. In den Räumlichkeiten des Diakonissenkrankenhauses bestehen seit kurzem ideale Arbeitsbedingungen für solche Eingriffe. Das für etwa eine Million Euro eingebaute zweite Herzkatheterlabor verfügt über eine 3-D-Technik und eröffnet den Ärzten vom benachbarten Herz&Gefäß-Zentrum am Diako ganz neue Möglichkeiten. Anlässlich der Inbetriebnahme fand am Samstag ein Symposium über „Möglichkeiten und Grenzen der modernen Kardiologie und Kardiochirurgie“ statt.

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Heuer werden voraussichtlich 1800 Menschen behandelt

Dank der modernen zweiten Anlage können mehr und komplexere Fälle bearbeitet werden. Im vergangenen Jahr waren es 1600. Heuer sind es voraussichtlich 1800 Patienten. „Aufgrund der 3-D-Technik ist die Erfolgsquote höher und wir brauchen weniger Zeit als bisher“, so Spezialist Anton Hahnefeld. Und es gibt einen weiteren großen Vorteil: Die Mediziner müssen viel seltener auf Röntgenstrahlen zurückgreifen. Die neuen Instrumente nutzen ein Magnetfeld. Das Röntgen war nötig, um den Weg von der Einstichstelle in der Leiste zum Herzen zu finden, ohne den Patienten mit dem dünnen Katheter zu verletzen. Ganz verzichten kann Hahnefeld aber immer noch nicht auf diese Technologie. „Ich habe sie jetzt aber nur sechs Sekunden eingesetzt, früher waren es eher sechs bis zehn Minuten. Die Reduzierung der Strahlung ist gut für die Patienten und uns Ärzte.“

In zwei Jahren wird auch das andere Labor erneuert

Er ist es auch, der den Eingriff bei Müller vornimmt. Er vermutet einen zweiten Kreislauf, der das Herzrasen verursacht. Dies bestätigt sich dann auch. Etwa 1,5 Zentimeter neben der regulären Leitungsbahn wird er fündig. „Durch die Verödung der entsprechenden Stellen beziehungsweise Unterbrechung des überflüssigen Kreislaufes heilen wir die Menschen in 70 bis 98 Prozent der Fälle und lindern deren Schmerz nicht nur. Das ist selten in der Medizin“, hebt Hahnefeld hervor.

Erfreut über das neue Labor ist auch Rektor Heinrich Götz vom Diakonissenhaus. „Die Partnerschaft von Diako und der benachbarten Ärztepraxis ist ein Gewinn für beide Seiten und die Menschen in der Region Augsburg, die diese medizinische Versorgung brauchen.“

In zwei Jahren steht für die Labore der Umzug in einen anderen Flügel des Diakonissenkrankenhauses an. Der derzeitige wird dann im Rahmen der baulichen Erneuerung des Hauses abgerissen. In diesem Zuge wird das zweite Labor ebenfalls auf die 3-D-Technik umgestellt. Insgesamt zirka 56 Millionen Euro kostet die vom Freistaat Bayern geförderte Modernisierung der Evangelischen Diakonissenanstalt. Die Grundsteinlegung erfolgte im März 2009. Die Fertigstellung ist für 2015 vorgesehen.

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