Montag, 23. Oktober 2017

19. Juni 2017 00:31 Uhr

Freilufttheater

Theater auf dem Rodelberg

Bald beginnt für das Diedorfer Eukitea die Sommersaison. Der Ort, an dem es schon seit Jahren spielt, ist außergewöhnlich: Er liegt umgeben von Wald auf einer Wiese

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Das Eukitea-Team bei den Proben für das Stück „Frieden ist“ auf der Waldbühne Anhausen.
Foto: Marcus Merk

Normalerweise stehen Theaterbühnen mitten in der Stadt. Sie gehören wie das Rathaus, die vielen Geschäfte und die großen Kirchen zum Zentrum dazu. Ein Ort, an dem es um die Kunst geht, ein Ort, an dem sich die Gesellschaft trifft, um sich zusammen Kunst anzusehen oder unterhalten zu lassen. Wenn das Spielwerk Theater Eukitea, das in Diedorf sein Theater zwischen einer katholischen und einer evangelischen Kirche hat, seine Open-Air-Saison beginnt, dann spielt es an einem Ort, der mitten in der Natur liegt, der nicht einmal von einer geteerten Straße erschlossen ist.

Hinter Anhausen hat das unkonventionelle Theater, das sich auf Kinder- und Jugendstücke spezialisiert hat, einen Ort gefunden, an dem es das erste Mal im Jahr 2004 Shakespeares „Romeo und Julia“ aufgeführt hat. „Damals hatten wir auch keine richtige Bühne, haben direkt auf der abschüssigen Wiese gespielt“, sagt Theaterleiter Stephan Eckl. Ja, damals steckte das Eukitea in einer entscheidenden Phase, damals war das Theater gerade dabei, die Finanzierung für den eigenen Theaterbau zusammenzubekommen. Die Gruppe wollte im Sommer auf einer Lichtung mitten im Wald spielen, alles war für die Premiere vorbereitet, dann brachte eine einstweilige Verfügung des Jagdpächters alles durcheinander. Letztlich einigte man sich auf die abschüssige Wiese, eine Schneise am Waldrand, der alte Rodelberg von Anhausen.

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Und dort spielt das Eukitea auch heute noch seine Sommerinszenierungen unter freiem Himmel. Aus dem Provisorium ist schon seit vielen Jahren eine feste Bühne geworden, das gleiche Achteck, auf dem Eckl und sein Team auch im Theaterhaus in Diedorf spielen. Das macht es für das Proben leichter. Mittlerweile hat das Theater auch einen eigenen Stromanschluss bekommen, ein Verteilerkasten in der Nähe des allerletzten Einsiedlerhäuschens im Tal, von dem der Starkstrom dann auch noch etliche Meter via Kabel durch den Wald transportiert wird.

Diese Freiluftbühne liegt eingebettet in der Natur. „In einer Saison hatten wir bei unserem Kinderstück einmal einen Hasen, der einen Sommer lang unter der Bühne gelebt hat“, erzählt Eckl. Als die Kinderstücke gegeben wurden, habe er sich jedes Mal dem jungen Publikum gezeigt, habe eine Runde um die Bühne gedreht und sei dann im Wald verschwunden, bis es wieder ruhiger gewesen sei.

Und dann fügt Eckl noch einen Satz hinzu, der die Philosophie des Eukitea-Theaters auf den Punkt bringt: „Wir spielen auf unserer Freiluftbühne so, dass auch die Natur unser Publikum ist.“ Kein Theaterspektakel also mit großen Feuerwerkskörpern am Ende, das die Tiere verschreckt, nein, da soll im Spiel auch ein Einklang mit dem Ort und der Umgebung hergestellt werden. Die Bühnenbilder sollen Räume markieren, aber nie den Blick auf die Umgebung verschließen, etwa das Abendrot in den Wipfeln der Fichten und der Blick auf das Anhauser Tal.

In diesem Jahr gibt das Eukitea an seiner Open-Air-Spielstätte eine Eigenproduktion, die stark dem Spielzeitmotto folgt. „Frieden“ war das Leitmotiv für die Produktionen. „Wir wollten nicht ein Problem in den Mittelpunkt stellen, etwa die Gewalt, sondern die Lösung“, sagt der Theaterleiter. In einem Workshop hat sich das Team getroffen – mit dabei war auch das Berliner Eukitea-Team, das vor allem in Berlin und Brandenburg auftritt. Eine Erkenntnis war, dass Friede ein Zustand sei, nachdem sich alle Menschen sehnen, der aber nicht nur einmal, sondern kontinuierlich herbeigeführt werden müsse. Und dann beleuchteten sie die verschiedenen Ebenen, auf denen Friede hergestellt werden könne: auf der persönlichen Ebene der Mensch mit sich selbst, im nächsten Umfeld der Familie und Freunde, in einer Gruppe, gegenüber der Natur und letztlich in gesamtgesellschaftlichen Verhältnissen.

Diese Grundlagen fließen nun in die Open-Air-Produktion „Frieden ist“ ein, die am 23. Juni auf der Waldbühne Anhausen Premiere hat. Im Stück geht es um eine Gruppe von Menschen aus unterschiedlichen Regionen der Welt, die alle die Sehnsucht nach Frieden verbindet, die sich deshalb auch zusammenschließen, dann aber Probleme bekommen, Widersacher finden, verunsichert werden.

Das Eukitea spielt „Frieden ist“ am 23., 24. und 30. Juni sowie am 1. Juli jeweils um 21 Uhr auf der Waldbühne Anhausen (Wegweiser ab Diedorf). Das Open-Air-Café hat von 19 Uhr an geöffnet. Bei ungünstigem Wetter finden die Vorstellungen im Eukitea-Theater in Diedorf statt.

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