Montag, 21. August 2017

30. Dezember 2013 08:03 Uhr

Kreis Augsburg

Vor zehn Jahren von Mutter entführt: Ein Vater sucht seine Tochter

Vor zehn Jahren verschwand Monika Wagner nach der Trennung von ihrem Mann mit dem gemeinsamen Kind. Seither wird sie mit Haftbefehl gesucht. Dem Vater reicht das nicht.

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Für die meisten Menschen ist Weihnachten das Fest der Liebe und der Familie. Für Helmut Wagner ist es eine Zeit der Trauer und Verzweiflung. Der 53-Jährige aus Wörleschwang (Landkreis Augsburg) sucht seit zehn Jahren vergeblich nach seiner Tochter Rebecca. Die leibliche Mutter, Wagners Ex-Frau, hat das Mädchen einfach mitgenommen, als es sechs Jahre alt war. Seitdem hat Helmut Wagner kein Lebenszeichen mehr von seiner Tochter erhalten.

Mutter und Kind sind seit 6. September 2003 scheinbar spurlos verschwunden. Gegen die 45-jährige Monika Andrea Wagner existieren bis heute zwei Haftbefehle – ein deutscher und ein europäischer. Die Strafverfolgungsbehörden werfen ihr die „Entziehung Minderjähriger“ vor – ein Straftatbestand, der mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden kann.

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Seitdem findet der Vater Helmut Wagner keine Ruhe mehr: „Ich will jetzt endlich Gewissheit haben, ob meine Tochter überhaupt noch lebt“, sagt er. Er will wissen, ob es Rebecca gut geht, ob sie unter menschenwürdigen Bedingungen leben kann. Rebecca wird morgen, am 29. Dezember 16 Jahre alt.

Der Vater will Belohnung aussetzen

Wagner plant einen öffentlichen Suchaufruf in der Zeitung. Und er will 10.000 Euro Belohnung aussetzen für Hinweise, die zu seiner Tochter führen. Schon vor zehn Jahren hatte er Zeitungsannoncen geschaltet und Plakate aufgehängt. Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion war damals ein Streit ums Sorgerecht für das Kind. Die Ehe der Wagners war in die Brüche gegangen, viel schmutzige Wäsche wurde gewaschen.

Als Helmut Wagner im September 2003 vom Familiengericht in Augsburg das Aufenthaltsbestimmungsrecht für seine Tochter zugesprochen bekam, setzte sich Monika Wagner mit der kleinen Rebecca urplötzlich ab und tauchte unter. Nach einer Vermisstenanzeige des Vaters wurde gegen die Mutter schließlich Haftbefehl erlassen. Bis heute ohne Erfolg. Von Mutter und Tochter fehlt jede Spur.

Helmut Wagner machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung über die Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft. „Die haben nicht genug getan und ich kann nicht damit leben, dass nichts passiert“, sagt er. Auch daher will er jetzt erneut an die Öffentlichkeit gehen.

Polizei und Staatsanwaltschaft wehren sich gegen Vorwürfe

Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigen, dass gegen die Mutter bis heute Haftbefehle bestehen, dass der Aufenthaltsort der beiden aber nicht bekannt sei. Beide Ermittlungsbehörden wehren sich aber vehement gegen den Vorwurf, es sei nichts getan worden. Matthias Nickolai, der Sprecher der Augsburger Staatsanwaltschaft, sagt, es habe ein umfangreiches Ermittlungsverfahren gegeben, das vier Bände Akten umfasst. Mehrere verschiedene Maßnahmen seien ergriffen worden. Als deutlich geworden sei, dass die Mutter nicht rasch gefunden werde, wurde das Verfahren – wie üblich – vorläufig eingestellt. Doch bei jedem neuen Hinweis würden die Strafverfolger wieder tätig.

Ähnlich äußert sich Manfred Gottschalk, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Augsburg: „Wir haben Verständnis für Herrn Wagners Verzweiflung, aber den Vorwurf, zu wenig getan zu haben, können wir nicht auf uns sitzen lassen.“ Eine Öffentlichkeitsfahndung, wie sie Helmut Wagner gerne gesehen hätte, sah die Staatsanwaltschaft damals aus rechtlichen Gründen als problematisch an. Es gebe bis heute keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür, dass dem Kind eine konkrete Gefahr drohe. Auch Gottschalk spricht von verschiedenen Maßnahmen wie Durchsuchungen, Anhörungen, Überprüfungen, Rechtshilfeersuchen ins Ausland.

Auf seiner verzweifelten Suche und in seinem emotionalen Ausnahmezustand überschritt Helmut Wagner die Grenzen des Erlaubten. Das brachte ihm selbst Ermittlungsverfahren ein. Rebeccas Vater glaubt, dass das Verschwinden seiner Frau von langer Hand geplant gewesen sei. Er kann sich nicht vorstellen, dass sie ihre Flucht allein organisiert hat.

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Holger Sabinsky-Wolf

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