Freitag, 26. Mai 2017

17. Dezember 2015 15:29 Uhr

Uni Augsburg

Zivilklausel: Studenten verleihen der Uni den „Goldenen Panzer“

Die Uni Augsburg hat sich gegen eine Zivilklausel entschieden. Rüstungsforschung wäre auch weiterhin möglich. Studenten reagieren darauf mit einem "Negativpreis". Von Christian Mühlhause

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Die Uni Augsburg hat sich gegen eine Zivilklausel entschieden. Es wäre also aus Rüstungsforschung möglich. Studenten reagieren darauf mit einem "Negativpreis".
Foto: Alexander Kaya

Den Negativpreis „Goldener Panzer 2015“ erhält die Augsburger Universitätsleitung kommende Woche von der studentischen Gruppierung "Die Liste Uni Augsburg". Grund ist die deutliche Ablehnung einer Zivilklausel am Mittwoch in der Erweiterten Universitätsleitung. 18 Mitglieder votierten gegen die Klausel, zwei dafür, zwei enthielten sich. Auf dem Preis steht: „Die deutsche Rüstungsindustrie dankt für Ihre Unterstützung! Auf Krieg und Tod! Wohl bekomms!“ Wäre die „Zivil- und Transparenzklausel“ beschlossen worden, hätte sich die Uni in ihrer Grundordnung verpflichten müssen, keine Rüstungsforschung zu betreiben und ihre Drittmittelforschung transparent zu machen.

Aus Sicht von Uni-Präsidentin Sabine Doering-Manteuffel ist die Entscheidung das Ergebnis intensiver Gespräche auf allen Ebenen der Universität in den vergangenen drei Jahren. „Nun ist die Debatte beendet.“ Die Spitze der Universität vertritt den Standpunkt, dass es die zentrale Aufgabe sei, die „Freiheit von Forschung und Lehre“ zu sichern. Es gehe darum, einen vernünftigen und praktikablen Weg zu finden, wie sich die Universität bei Drittmittel- beziehungsweise Auftragsforschung positioniert. „Wir sind der Meinung, dass man auf die Verantwortung der Wissenschaftler sowie auf den Dialog mit diesen setzen sollte“, meinte Vizepräsident Werner Schneider. Aktuell gebe an der Universität keine Drittmittelprojekte, die für rein militärische Zwecke forschen.

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Karl Geller, Sprecher der "Initiative "friedliche Universität Augsburg", sagt, es sei „paradox“, dass die Universitätsleitung in der Öffentlichkeit die Studierenden für den Diskurs über die Zivilklausel lobt und sie auffordert einen Vorschlag zu unterbreiten. Andererseits aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit „gegen Transparenz und faktisch für Rüstungsforschung stimmt.“

Moritz Duchêne, Student und Mitglied der Grünen Jugend, verweist darauf, dass im Vorfeld mehr als 38 Initiativen aus Universität, Stadtgesellschaft und überregionalen Gruppierungen in einem offenen Brief die Universität aufforderten, sich klar gegen Rüstungsforschung zu positionieren. “Während in den letzten Jahren die Universitätsleitungen zahlreicher Hochschulen eine Zivilklausel verabschiedeten, entzieht sich die hiesige weiterhin ihrer Verantwortung“, kommentiert er die Abstimmung.

Die Initiatoren wollen laut Geller weiter für eine friedliche Uni kämpfen. Es wäre die erste in Bayern die sich gegen Rüstungsforschung ausspricht. chmü

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