Montag, 11. Dezember 2017

01. Dezember 2017 00:04 Uhr

Blitzschach

Deutsche Elite trifft sich in Haunstetten

Abteilungsleiter Bleyer erhofft sich vom Turnier Effekte für die Zukunft der Sparte

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Dass diese Veranstaltung außergewöhnlich ist, zeigt sich bei Klaus Michael Bleyer in seiner Nachtruhe. „Ich schlafe gerade schlechter“, erzählt der 50-Jährige, derart aufgeregt sei er. Seit knapp sieben Jahren leitet Bleyer die Schachabteilung des TSV Haunstetten, seine Gedanken kreisen dieser Tage stets um ein Thema: die deutsche Meisterschaft im Blitzschach, die sein Verein nach 1992 zum zweiten Mal ausrichtet.

Wer denkt, was soll die ganze Aufgeregtheit – noch dazu im Schach, einer Sportart, die nicht unbedingt für Kurzweiligkeit steht –, der unterschätzt zwei Dinge: den Aufwand, den der TSV wegen der Meisterschaft betreibt, und die körperliche Belastung, der die Spieler bei dieser rasanten Form des Denksports unterliegen. Bleyer räumt mit Klischees auf. Ja, er könne verstehen, dass Turnierschach, dessen lange Bedenkzeiten und teils stundenlange Duelle viel Liebhaberei erfordern. Doch Blitzschach, sagt er entschieden, sei etwas ganz anderes. „Das ist eine geistige Hochleistung“, sagt Bleyer. Die Akteure machen über Stunden hinweg tausende Züge. Der Schachexperte betont: „Das werden sie am nächsten Tag am Körper spüren.“

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Für Bleyer stellt das Turnier am 2. Dezember (TSV-Turnhalle, ab 12.30 Uhr) den Höhepunkt als Abteilungsleiter dar, im kommenden Jahr wird er aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen. Vor einem Jahr hatte er sich als Ausrichter beim Deutschen Schachbund (DSB) beworben, im Februar erhielt er den Zuschlag. Seitdem laufen die Vorbereitungen. Übernachtungen für die 28 Teilnehmer mussten organisiert und Turniertische angemietet werden. Mit EDV, Beamer und Leinwand werden die Zuschauer auf dem Laufenden gehalten. Mit DSB-Zuschüssen und Startgeldern werden Preisgelder, Abendessen oder Hotelkosten beglichen. Bleyer strebt bei den Ein- und Ausgaben eine „schwarze Null“ an.

Er und sein Verein wollen ein guter Gastgeber sein, wenn die deutsche Schachelite auf 80 mal 80 Zentimeter großen Tischen gegeneinander antritt. Wie der Name verrät, geht im Blitzschach alles schneller. Ein Zeitpolster von drei Minuten haben die Brettstrategen zu Verfügung, für einen Zug bekommen sie zwei Sekunden gutgeschrieben. Das Interessante für Zuschauer: Sie bekommen innerhalb kurzer Zeit etliche Partien mit Großmeister, Internationalen Meistern und Fide-Meistern zu sehen.

Seinen Titel verteidigen will Andreas Heimann aus Baden, zu den Favoriten zählen zudem der Berliner Robert Rabiega und der Mannheimer Roland Schmaltz. Chancen rechnet sich noch der gebürtige Russe Ilja Schneider aus. Außenseiterchancen räumt TSV-Funktionär Bleyer seinem Vereinsmitglied Boris Grimberg ein, der mit der Haunstetter Mannschaft sonst in der Landesliga antritt, der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands. Bleyer betont: „Grimberg kann jeden ärgern, der ihm ans Brett kommt.“ Zweiter Haunstetter Teilnehmer ist Armin Wolf.

Noch wichtiger als ein Titel eines Haunstetter Spielers ist Bleyer die Außenwirkung. Die „Deutsche“ erklärt er zur „Prestige-Sache“. Für das Vereinsimage, seine Abteilung und letztlich seine Sportart sei die Meisterschaft wertvoll, meint Bleyer. Der Verantwortliche hofft, dass im Nachgang der Veranstaltung verstärkt Jugendliche und Kinder den Weg zu seiner Sparte finden.

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Johannes Graf

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