Mittwoch, 13. Dezember 2017

01. Dezember 2017 00:04 Uhr

Boxen

Rupprecht träumt von Japan

Die Augsburgerin kämpft am Samstag in Kühbach gegen die Französin da Costa. Die Siegerin qualifiziert sich für den Weltmeister-Titel-Kampf, der dann in Fernost stattfindet

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„Sie hat mittlerweile breitere Schultern bekommen“, sagt Alexander Haan, während er seinen Schützling Tina Rupprecht betrachtet. Na ja, da muss man wohl schon genau hinschauen um bei der zierlichen Person die vor einem sitzt, große Veränderungen festzustellen. „Sie muss sogar schon den Pullover ihres Bruders tragen“, grinst Haan. Doch da fängt sich der Box-Trainer einen Konter ein. „Das ist gar nicht wahr. Das ist mein Pulli“, schüttelt Rupprecht den Kopf und lächelt.

Tina Rupprecht und Alexander Haan sind ein eingespieltes Team. Man benötigt nicht viel Zeit um zu sehen, dass zwischen dem Coach und seinem Schützling die Chemie passt. Das sind gute Vorzeichen. Haans Vorzeigeboxerin kämpft im Minimumgewicht (bis 47 kg) am Samstag in Kühbach (Landkreis Aichach-Friedberg) gegen die Französin Anne Sophie da Costa. Dabei geht es um mehr als nur um den Interimstitel des Verbandes der WBC (World Boxing Council). Denn die Siegerin dieses Kampfes ist automatisch Pflichtherausforderin der künftigen WBC-Weltmeisterin. Die wird in Japan (ebenfalls im Dezember) zwischen Yuko Koroki und Momo Koseki ermittelt.

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Für Rupprecht könnte also bald eine größere Reise anstehen, doch damit will sich die Augsburgerin nicht beschäftigen: „Japan wäre schon ein Traum. Ich würde gerne mal wieder einen Kampf im Ausland bestreiten, aber momentan fokussiere ich mich auf meine Gegnerin, mit der ich es am Samstag zu tun habe“, meint Rupprecht. Die 35-jährige da Costa hat bisher eine starke Bilanz. 22 von 25 Profikämpfen hat sie bisher gewonnen. „Die ist schon stark. Wir haben Videomaterial von ihr, aber das müssen wir noch genau analysieren.“

Für den Traum WM-Kampf in Japan hat das Duo Rupprecht/Haan jedenfalls viel Vorarbeit geleistet. Deshalb leistete man sich auch ein achttägiges Trainingslager im südlichen Zentralrussland in Worronesch. Durch die guten Kontakte nach Russland von Rupprechts Manager Alexander Bertsch, kam dieses Trainingslager auch zustande. „Das war sehr anstrengend und lehrreich und wir hatten sehr gute Trainingsmöglichkeiten“, meint Rupprecht. „Nur Training, essen, schlafen“, erklärt Haan den Russland-Abstecher. Der Coach ist sich sicher, dass „seine Tina“ am Samstag topfit sein wird: „Ich habe schon ein bisschen ihren Stil geändert. Sie ist schneller und härter geworden.“ In der aktuellen Weltrangliste belegt die Augsburgerin derzeit den 18. Platz von 120 Gelisteten. Zuletzt im Oktober 2016 gewann Rupprecht in Königsbrunn den Silber-Weltmeistertitel.

Für „Tiny Tina“ (sehr kleine Tina) wie sie genannt wird, war es damals ein sehr emotionaler Fight. Allein schon aus dem Grund, weil ihre Schwester Stefanie damals vor Beginn der Runden im Ring die deutsche Nationalhymne für sie gesungen hat. Der Gesang von Stefanie wird ihr dieses mal aber fehlen: „Schade, ich hätte es mir schon gewünscht, aber sie hat mir gesagt, sie wäre zu aufgeregt.“ Bis zum Kampf lässt es Tina Rupprecht jetzt eher ruhig angehen. Hauptsächlich Regenerierung ist jetzt angesagt. „Wir machen ein bisschen boxspezifische Arbeit. Noch ein paar Spaziergänge und sie soll noch ein bisschen Fahrrad fahren“, erklärt Haan den Trainingsplan der nächsten Tage.

Ungewöhnlich ist, dass der Kampf in Kühbach stattfindet. Eigentlich wollte Rupprecht wieder in der Königstherme in Königsbrunn boxen. Da ist aber die Eishalle belegt. Bei der Suche nach einer geeigneten Location wurde man in Kühbach fündig. Über 1000 Zuschauer haben in der Halle Platz. Der Tipp kam von Tinas Freund Tobias Wieland, der in der Nähe, beim Fußball-Kreisklassisten TSV Inchenhofen, kickt. Nach ein paar Telefonaten war alles geklärt. Der TSV Kühbach freut sich auf die Augsburger Boxerin. Es ist der erste Boxabend in der Marktgemeinde. „Das ist für uns eine besondere Sache. Boxen hatten wir hier noch nicht, aber wir probieren es jetzt mal aus“, sagt TSV-Vorsitzender Stefan Schneider.

Sieben Kämpfe werden dann in Kühbach stattfinden. Den zweiten Hauptkampf bestreitet Roman Hardok (ebenfalls BC Haan), der ebenfalls mit im Trainingslager in Russland war. Im Supermittelgewicht (76,5 kg) kämpft der 24-jährige Hardok gegen Jacob Jakobi aus Neumünster (Schleswig Holstein) um die Interimsmeisterschaft.

Vorverkauf beim BC Haan (Sterzinger Straße) oder online unter www.haan-promotion.de

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