Samstag, 24. Februar 2018

16. November 2015 13:36 Uhr

Bayern

11.000 Flüchtlinge am Wochenende: So ist die Lage an der Grenze

Mehr als Zehntausend Flüchtlinge kamen am Wochenende nach Bayern. Zeltlager an den Grenzen gibt es nicht mehr - die Lage ist laut Innenministerium aber weiter dramatisch.

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Der Flüchtlingsstrom nach Bayern bricht nicht ab. Jeden Tag kommen etwa 5000 bis 6000 Asylbewerber.
Foto: Archivbild, Peter Kneffel (dpa)

Der Flüchtlingsstrom nach Bayern bricht nicht ab: Nach Angaben der Bundespolizei kamen allein am Wochenende etwa 11.000 Asylbewerber in den Freistaat. "Die Zahlen bleiben seit Einführung der Grenzkontrollen stabil", sagte ein Polizeisprecher am Montag. Jeden Tag reisen 5000 bis 6000 Flüchtlinge ein.

Die Bundespolizei kritisiert, dass die personelle Situation immer noch angespannt ist. Das hatte am Sonntag auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer angesprochen. Er bot der Bundesregierung ausdrücklich an, dass die bayerische Polizei die Kontrollen an der Grenze des Freistaats übernehmen könnte.

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Österreich lässt 50 Flüchtlinge pro Stunde nach Bayern

Zeltlager an der Grenze von Österreich nach Bayern sind nach Angaben des Bayerischen Innenministeriums längst Vergangenheit. Die Warteräume seien zwar voll, aber mittlerweile gut befestigt.

Die Organisation klappe insgesamt deutlich besser als noch vor einigen Monaten. Laut Innenministerium lässt Österreich an fünf Übergängen jeweils nur 50 Flüchtlinge pro Stunde über die Grenze. So ließen sich die Asylbewerber kontrolliert registrieren - beispielsweise in Freilassing oder Rosenheim.

Anschließend werden die Flüchtlinge mit Sonderzügen und Bussen auf Deutschland verteilt. Nach dem Königsteiner Schlüssel sollen zumindest in der Theorie nur 15 Prozent in Bayern bleiben. Können Asylbewerber nichts sofort verteilt werden, kommen sie in sogenannten Warteräumen in Feldkirchen oder Erding unter. "Hier bleiben sie aber maximal drei Tage", erklärt Oliver Platzer, Sprecher des Bayerischen Innenministeriums.

 

Über zwei Millionen Flüchtlinge bis zum Jahresende?

Hat sich die Situation trotz des anhaltenden Flüchtlingstroms nach Bayern also entspannt? "Ich warne davor, die Lage zu ent­dra­ma­ti­sie­ren", sagt Platzer. Durch die bessere Organisation sei nicht das Problem gelöst, all diese Menschen in die Gesellschaft zu integrieren.

Der Sprecher des Innenministeriums führt aus: "Wenn der Andrang weiter so hoch bleibt, kommen bis zum Ende des Jahres nicht 1,5 Millionen, sondern weit über zwei Millionen Flüchtlinge nach Deutschland."

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Ein Artikel von
Sascha Geldermann

Augsburger Allgemeine
Ressort: Online-Redaktion


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