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06. März 2013 18:57 Uhr

2013

Komet PanStarrs: So leicht lässt er sich beobachten

Eine astronomische Sensation: 2013 werden gleich zwei Kometen mit bloßem Auge zu erkennen sein. Aktuell zeigt sich Schweifstern PanStarrs - wenn man einige wenige Tipps beachtet.

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Bis Ende März zeigt sich Panstarrs laut Experte Werner Kiesl von der Sternwarte in Laupheim.
Foto: afp

Komet PanStarrs im Anflug: 2013 jagt ein astronomischer Höhepunkt den nächsten. Erst am 15. Februar sorgten zwei Ereignisse für Aufsehen: der lang erwartete Vorbeiflug des Asteroiden 2012 DA 14 an der Erde und der nicht vorhersehbare Meteoriteneinschlag in Russland, bei dem 1200 Menschen zum Teil schwer verletzt wurden. Doch das war nur der Anfang: Zwei Kometen werden auch noch erwartet. Schweifstern Panstarrs soll schon jetzt - vier Tage früher als geplant - zu erspähen sein, Ison im November. Wir sprachen mit Experte Werner Kiesle von der Sternwarte in Laupheim.

Herr Kiesle, wann wird der Komet Panstarrs zu sehen sein?

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Werner Kiesle: Theoretisch schon jetzt. Natürlich braucht man dafür optimale Bedingungen, also eine gute Sicht. Wenn es Bewölkt ist, wird es schwierig. Am besten wartet man aber noch ein bisschen ab, am 12. März ist Neumond, dann erreicht der Mond seine minimale Helligkeit und stört damit weniger die Sicht auf den Kometen. Bis Ende März sollte er zu erkennen sein.

Wie genau lässt sich eine solche Zeitspanne denn vorhersagen? Sind Kometen berechenbare Himmelskörper?

Kiesle: Kometen sind schon eher launische Himmelskörper. Ob Panstarrs etwa schneller dunkler wird oder länger hell bleibt, ist schwer zu sagen. Aber die ungefähre Zeitspanne lässt sich zum Glück schon berechnen.

Von wo aus kann man Panstarrs am besten beobachten?

Kiesle: Man sollte sich in jedem Fall einen hohen Punkt aussuchen und dann Richtung Nordwesten blicken. Bereits in der Dämmerung sollte Panstarrs zu sehen sein. Ratsam ist, selbst an einem dunklen Ort zu sein. Von einer hell erleuchteten Stadt aus etwa könnte es schwierig werden.

Ist der Komet mit bloßem Auge zu erkennen?

Kiesle: Ja, aber ein bisschen Verstärkung ist natürlich immer besser. Ein kleines Teleskop wäre optimal.

Erst Mitte Februar ist ein Asteroid nah an der Erde vorbeigeflogen. Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen diesen beiden Himmelskörpern?

Kiesle: Ein Asteroid ist ein Gesteinsbrocken aus festem Material, der um die Sonne kreist. Ein Komet hingegen besteht nicht nur aus Gestein, sondern auch aus Eis. Ist er Richtung Sonne unterwegs, schmilzt das Eis und feiner Staub wird sichtbar. So entstehen die schönen Schweife.

Dieses Jahr sollen gleich zwei Kometen, Panstarrs und Ison, zu sehen sein. Wie häufig kommt das vor?

Kiesle: Das ist tatsächlich selten. Mit bloßem Auge konnte man zuletzt den bekannten Kometen Hale-Bob erkennen, das war 1998. Zwischendrin gab es nur Kometen für echte Kenner, also Leute, die genau wussten, wo sie hingucken müssen. So gesehen ist das dieses Jahr schon eine kleine Sensation.

 

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Schlagworte

Augsburg | Russland | Laupheim

Ein Artikel von
Daniela Fischer

Augsburger Allgemeine
Ressort: Online-Redaktion


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