Donnerstag, 18. Dezember 2014

31. Oktober 2012 19:14 Uhr

München

Ramsauer und Zeil deuten Lösung für Münchner S-Bahn-Stammstrecke an

Der zweite Münchner S-Bahn-Tunnel könnte demnächst doch mit Geld vom Flughafen gebaut werden. Die Verkehrsminister Ramsauer und Zeil signalisieren eine mögliche Einigung.

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Ramsauer und Zeil deuten Lösung für Münchner S-Bahn-Stammstrecke an
Foto: dpa

Nach jahrelangem Ringen zwischen Bund, Bayern und Landeshauptstadt München steht die Finanzierung eines zweiten Münchner S-Bahn-Tunnels vor dem Durchbruch. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sagte am Mittwoch beim bayerischen Nahverkehrskongress in München: «Wir sind hier auf einem guten Weg.» Um die laufenden Verhandlungen nicht zu gefährden, könne er momentan aber noch nicht mehr sagen. Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) lobte «die positiven Signale aus Berlin» und sagte: «Es zeichnet sich eine Lösung ab.»

Kommt der zweite Münchner S-Bahn-Tunnel?

Täglich seien 800 000 Pendler in der Region München auf die S-Bahn angewiesen. Deshalb müsse der überlastete Flaschenhals in der Innenstadt endlich durch den Bau eines zweiten Tunnels entlastet werden, forderte Zeil. Diese zweite Stammstrecke kostet rund zwei Milliarden Euro. Bund und Freistaat sollten dies zahlen. Weil Ramsauer aber nur 200 Millionen Euro zur Verfügung hat, soll ein altes Darlehen über knapp 500 Millionen Euro für den Münchner Flughafen jetzt in den Bau des S-Bahn-Tunnels gesteckt werden.

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Ramsauer räumte ein, dass das Bahnnetz «an einer strukturellen Unterfinanzierung» leide. «Wir bräuchten für die Schiene jährlich mindestens eine Milliarde Euro mehr, um Instandhaltung und Ausbauerfordernissen nachzukommen.» Aber: «Viele Wünsche, wenig Geld. Das ist genau das Grundproblem».

Zeil: Bundesregierung vernachlässigt Bahnnetz

Zeil warf der Bundesregierung vor, das Bahnnetz zu vernachlässigen. Der Bund stopfe mit den Nutzungsabgaben der Bahnbetreiber seine Haushaltslöcher, statt das Schienennetz zu erhalten und auszubauen. «Der Investitionsstau hat gefährliche Ausmaße angenommen», sagte Zeil. «Wir zehren von der Substanz und laufen Gefahr, den Standortfaktor erstklassige Mobilität zu verspielen.» Der Bund müsse endlich mehr Geld bereitstellen: «Schöne Pläne stellen die Bevölkerung nicht mehr zufrieden.» dpa

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