Sonntag, 28. Mai 2017

18. Januar 2017 16:32 Uhr

Ahnenforschung

Mit Goethe und Mörike verwandt

Der Stammtisch in Erlingshofen wird immer beliebter, sogar Allgäuer kommen

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Einen spannenden Vortrag über die 20 evangelischen Pfarrer in seiner Vorfahrenliste und ihre Lebensumstände hielt der Leiter des Stammbaumtisches Nordschwaben, Manfred Wegele, beim ersten Forschertreff im neuen Jahr.
Foto: Helmut Herreiner

Der Zuspruch zu den Stammtischen der Ahnen- und Familienforscher aus Nordschwaben, die seit mittlerweile zehn Jahren im Vereinsheim des Heimat- und Brauchtumsvereins in Erlingshofen abgehalten werden, ist ungebrochen. Die Möglichkeit des persönlichen Informationsaustauschs, des Erwerbs von heimatkundlichen Schriften und nicht zuletzt die fachkundigen und spannenden Referate sorgen seit vielen Jahren stets für ein volles Haus.

Auch zum Jahresauftakt 2017 war der Saal wieder voll und eine ganze Reihe von interessierten Erstbesuchern konnte sich und ihre Forschungsanliegen nach der Begrüßung durch Manfred Wegele in der Runde vorstellen.

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Nachdem sich der Kern der nordschwäbischen Familienforscher bisher eher aus dem Ries, dem Altlandkreis Donauwörth und dem Kesseltal rekrutierte, waren es dieses Mal auch erfreulich viele Besucher aus dem Landkreis Dillingen, die ihre Begeisterung für die Ahnen- und Heimatforschung durch ihr Kommen dokumentierten. Aber es waren auch Gäste bis aus dem Allgäu angereist.

In einem Rückblick auf 2016 wurde unter anderem eine ganze Reihe von Buchvorstellungen durch Autoren aus dem Kreis des Stammbaumtisches Nordschwaben genannt, die durch ihre Veröffentlichungen breiteren Bevölkerungskreisen wertvolle Impulse für die Beschäftigung mit der Heimatgeschichte geben.

Das gilt auch für die neue, von Sabine Scheller vorgestellte BLF-DVD mit 1,3 Millionen Datensätzen, die von Ahnen- und Familienforschern in ganz Schwaben genutzt werden können.

Im Mittelpunkt des Abends stand anschließend ein Referat von Manfred Wegele. Der pensionierte Lehrer leitet nicht nur den Forscherstammtisch Nordschwaben, er ist darüber hinaus auch als Erster Vorsitzender des Bayerischen Landesvereins für Familienforschung und der schwäbischen Ahnenforscher tätig. Unter den Tausenden von eigenen direkten Vorfahren auf mütterlicher Seite, die er erforscht hat, befinden sich auch 20 evangelische Pfarrer, die teils durchaus Prominenz erlangten. Diesen widmete sich Wegele an diesem Abend mit einem eigenen Referat. Dabei wurde schnell deutlich, wie sehr die Geschichte der eigenen Ahnen, in diesem Fall die evangelischen Pfarrer, eingebunden war in die allgemeinen geschichtlichen, gesellschaftlichen und politischen Ereignisse. Eine Vielzahl von Quellen wie Kirchenbücher, Pfarrbeschriebe, Amtsprotokolle, Steuerbücher, aber auch die oft von den Pfarrern selbst verfassten Ortschroniken geben bis heute Aufschluss über die einstigen Lebensverhältnisse.

Dies traf beispielsweise auf Leonhard Bächler zu, der während der Reformation zum protestantischen Glauben übertrat und während der Verhandlungen um den Augsburger Religionsfrieden in ebendieser Stadt als Pfarrer in der Barfüßerkirche tätig war. Bächlers Sohn Zacharias wirkte Jahrzehnte später unter anderem in Burtenbach, Nachfahren der beiden leben bis heute unter anderem in Oberringingen und Unterringingen im Kesseltal. Und über die Bächler-Vorfahren konnte Manfred Wegele auch eigene Verwandtschaftsbeziehungen zur Fugger-Familie oder zu dem Schriftsteller Eduard Mörike herstellen.

Ein anderer, wohlbekannter Name in der Vorfahrenliste des versierten Forschers ist Georg Karg, der als Reformator des Rieses und Frankens galt und mit Martin Luther selbst korrespondierte. Hiervon konnte Manfred Wegele Beispiele zeigen und überdies dokumentieren, dass er über den Vorfahren Georg Karg auch mit Johann Wolfgang von Goethe verwandt ist. Wie umfassend die eigene Ahnenforschung sein kann, beileibe aber nicht sein muss, zeigte abschließend Wegeles Cousin Dietmar Heller aus dem Allgäu. Dieser nämlich toppt ihn bei Weitem mit der Zahl von rund 400 nachgewiesenen Pfarrern in der eigenen Liste der Ahnen. Das jedoch soll keinen Neuforscher abschrecken, der erst am Beginn seiner Recherchen steht und damit in ein neues, faszinierendes Hobby eintaucht.

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