Samstag, 18. November 2017

13. September 2017 11:16 Uhr

Höchstädt

Tonscherben, Gruben und Fragmente

Zwischen Lutzingen und Deisenhofen wurden Archäologen fündig. Auch die „B16 neu“ war im Höchstädter Gremium Thema.

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Was haben Archäoogen bei Deisenhofen gefunden?
Foto: Bernhard Weizenegger, Symbolbild

Stadtbaumeister Thomas Wanner machte am Montag bei der Sitzung im Höchstädter Rathaus ein kleines Geheimnis daraus. Zumindest wollte er im nicht öffentlichen Teil nicht sagen, was die Archäologen gefunden haben. Wanner sagte nur, dass beim Radweg-Bau zwischen Deisenhofen und Lutzingen „etwas gefunden wurde“. Dadurch würden sich Mehrkosten für die Stadt ergeben, diese sollten aber laut dem Stadtbaumeister im Rahmen bleiben. Zweiter Bürgermeister Stephan Karg sagte gestern: „Ich weiß nur etwas von einer Tonscherbe. Ich finde es auch wichtig, dass man Dinge, die man findet, erhalten will. Aber dass man jeden Quadratzentimeter untersucht, übersteigt meinen Horizont.“

Von einem Baustopp aufgrund der archäologischen Arbeiten will Landrat Leo Schrell nichts hören. Der Kreis ist für den Bau zuständig. In den Bereichen, in denen es Funde gebe, dürfe nicht sofort mit Kies aufgeschüttet werden, sondern es müsse abgewartet werden, bis die Stellen von den Funden „bereinigt“ seien und eine Freigabe für die Schüttung des Radweges erfolge. Schrell sagt, dass mit eventuellen Funden zu rechnen war, die archäologische Begleitung der Aushubarbeiten bekannt gewesen sei. „Dafür wurde bei der Ermittlung der Kosten auch ein Ansatz berücksichtigt“, so der Landrat. Er verrät auch, was bisher gefunden wurde: einige vorgeschichtliche Gruben, Fragmente von Tonscherben und ein Fragment von einem Mahlstein. Die ausgegrabenen Funde werden archiviert und im Landesamt für Denkmalpflege im Magazin aufgehoben. Ein Großteil der Strecke sei bereits für den Einbau von Kies wieder freigegeben. Derzeit ist nur noch ein Bereich von rund 250 Metern Länge von den Archäologen zu bereinigen.

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Schrell sagt aber auch: „Es wird Mehrkosten für die Stadt geben, da die Anzahl der Funde größer ist als vermutet. Die Größenordnung kann derzeit nicht beziffert werden. Da auch die Kosten für die archäologischen Grabungen zuwendungsfähig sind, muss ein Großteil der Kosten jedoch vom Freistaat Bayern übernommen werden. Da es zudem keine großen Funde sind, welche nur punktuell über die Baustrecke verteilt sind, werden sich die Mehrkosten für die Stadt in einem überschaubaren Rahmen halten.“

Auf Wunsch der Freien Wähler im Stadtrat stand am Montagabend auch das Thema B16 neu, Ortsumfahrung Höchstädt, auf der Tagesordnung. Hans Mesch und seine Parteikollegen wollten den aktuellen Sachstand wissen. Und der, so erklärt es Zweiter Bürgermeister Stephan Karg, ist kein neuer. Der zuständige Mitarbeiter des Staatlichen Bauamtes sei im Urlaub, ungesichert habe er aber erfahren können, dass das Planfeststellungsverfahren im Mai 2018 eingeleitet werden soll. Hans Mesch ist sauer: „Das sind Dinge, die mich maßlos ärgern. Das Projekt schiebt sich immer weiter raus, wahrscheinlich so lange, bis kein Geld mehr da ist. Aufseiten der Stadt haben wir alles getan, wir würden sogar auf unser Wasserschutzgebiet verzichten. Jetzt verspätet es sich bis ins Sankt Nimmerland.“

Auch Jan Waschke (SPD) schüttelt mit dem Kopf und sagt: „Diese Situation ärgert mich auch sehr. Ich will gar nicht wissen, wie sich das noch entwickelt. Es ist eine Frechheit, wie man das so lange rausschieben kann.“ FDP-Stadtrat Günter Ballis wirft die Frage in den Raum, was die zuständigen Abgeordneten für das Voranbringen des Projektes tun würden. „Ich verstehe nicht, warum nicht mehr Druck ausgeübt und den Leuten nicht auf die Füße getreten wird. So kommen wir nicht voran. Ich finde, dass unsere Abgeordneten versagen.“

Stephan Karg will diesen Vorwurf nicht unkommentiert stehen lassen. Er sagt, dass er sich sicher sei, dass die Abgeordneten sich sehr wohl einsetzen würden. „Das Geld ist auch da, aber der Plan nicht. Ich traue mich, den Schwarzen Peter dem Bauamt zuzuschieben. Wir könnten schon wesentlich weiter sein, gäbe es einen Plan. Wir als Stadt sind auf jeden Fall dran und alles, nur keine Verhinderer.“ Parteikollege Ludwig Kraus (CSU) bringt es auf den Punkt: „Das Problem ist, dass die Planungen schlecht und fehlerhaft waren und diese Fehler müssen wir jetzt ausbaden. Schuld ist die mangelhafte Planung und warum diese mangelhaft ist, werden wir nie erfahren.“

Keine positive Antwort bekommt bei der Sitzung auch die SPD/FDP-Fraktion. Sie stellte den Antrag, die B 16 vom Marktplatz bis zum Mühlenring mit 30 Stundenkilometer zu begrenzen. Der Grund: die Nähe zu Schule und Kindergarten. Bürgermeister Karg erklärt, dass das Landratsamt als zuständige Behörde den Antrag nicht weiter verfolgt, weil die Gesetzeslage schon im Juli 2016 geprüft wurde mit dem Ergebnis, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht möglich sei.

„Das muss ich nicht verstehen. Vielleicht sollten wir uns an unseren baden-württembergischen Nachbarn ein Beispiel nehmen. Da ist das möglich“, so Stadtrat Wolfgang Konle.

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Ein Artikel von
Simone Bronnhuber

Donau Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Dillingen

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