Dienstag, 23. Mai 2017

18. Februar 2017 00:36 Uhr

Historisches Fest

Doppelter Grund zum Feiern

In Wemding soll 2019 ein Spektakel stattfinden. Der Rahmen dafür steht nun. Zudem hat ein höchst prominenter Schirmherr zugesagt

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In gut zwei Jahren soll in Wemding groß gefeiert werden. „Historisches Fest“ nennt sich das Spektakel, das die Kommune 2019 auf die Beine stellen will. Es soll an die Feste von 1993 (1200-Jahr-Feier) und 1998 (650 Jahre Stadterhebung) anknüpfen, die in den Köpfen vieler Menschen noch immer präsent sind. Der Stadtrat hat nun die Eckpunkte festgezurrt. Gleichzeitig wurde bekannt, dass sich die Wemdinger auf einen höchst prominenten Schirmherrn freuen dürfen.

Nach Auskunft von Bürgermeister Martin Drexler sagte nun der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer zu, diese Aufgabe zu übernehmen. Ihm hatten die Wemdinger die Schirmherrschaft angetragen. Dass Seehofer zusagte, sei „eine besondere Ehre für die Stadt“ und ein seltenes Ereignis im Donau-Ries-Kreis, so Bürgermeister Martin Drexler. Ebenso beweise dies die Besonderheit des Fests.

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Für dieses gibt es gleich zwei Anlässe, besser gesagt runde Jahreszahlen von bedeutenden Ereignissen in der Stadtgeschichte. Heuer vor 550 Jahren – 2019 werden es dann 552 Jahre sein – wurde Wemding bayerisch. Herzog Ludwig der Reiche kaufte 1467 das Städtchen für 16000 Gulden von Graf Ulrich von Oettingen. Fortan war Wemding (zusammen mit Laub und Teilen Amerbachs sowie Fünfstettens) über mehrere Jahrhunderte eine sogenannte Exklave, also ein Gebiet, das räumlich getrennt von Bayern komplett vom Herrschaftsbereich des Grafen von Oettingen umgeben war. Dadurch genoss Wemding eine besondere Stellung, die der Stadt zu Wohlstand verhalf.

Der zweite Grund für das große Fest: Vor 400 Jahren bekam die Pfarrkirche St. Emmeram, das heutige Wahrzeichen der Stadt, einen zweiten Turm. Dies hatte einen ganz profanen Grund: Er wurde 1619 benötigt, um den anderen, älteren Turm zu stabilisieren. Der war nämlich 50 Jahre zuvor teilweise abgebrannt und neu aufgebaut worden, neigte sich dann aber um etwa 45 Zentimeter.

Um die beiden Jahrestage gebührend zu würdigen, laufen schon seit rund einem Jahr die Vorbereitungen. Um diese kümmert sich ein Arbeitskreis. Der lud Vertreter aller Vereine ein, um zu erfahren, ob Interesse an einem solchen Fest besteht. Das Ergebnis beschreibt Drexler so: „Sie stehen voll dahinter.“ Die Rückmeldungen seien äußerst positiv und viele Menschen freuten sich schon darauf. Der Bürgermeister dazu: „Wir hoffen, dass diese Euphorie trägt.“

Weil die Kommune als Veranstalter fungiert, beschäftigte sich jetzt der Stadtrat mit dem vom Arbeitskreis vorgelegten Konzept, diskutierte es und sprach sich mit großer Mehrheit (gegen zwei Stimmen) grundsätzlich für dieses aus.

Das Festprogramm soll sich demnach über fünf Tage erstrecken. Start ist am Mittwoch, 29. Mai 2019, mit einem „Tag der Bayern“, bei dem Vorträge zu hören sein sollen. Am Donnerstag, 30. Mai (Christi Himmelfahrt), folgt der „Tag der Türme“ mit einer Wallfahrt vom Marktplatz zur Basilika Maria Brünnlein und anschließendem Marktleben im Zentrum.

So sieht das Programm aus

Am Freitag, 31. Mai 2019, startet der eigentliche Festbetrieb in einem Bereich, der wohl die halbe Altstadt samt einigen Stadtgraben-Abschnitten umfassen wird. Auch am Samstag, 1. Juni, und Sonntag, 2. Juni, wird dort gefeiert. Markttreiben, das Kirchenfest St. Emmeram, ein Gauklerumzug, ein großes Festmahl auf dem Marktplatz und eine Gauklernacht sollen zentrale Programmpunkte sein. Auf dem Marktplatz soll eine Hauptbühne stehen, in den umliegenden Gassen sind Nebenbühnen geplant.

Bei den Vorbereitungen laufen die Fäden beim Organisationsteam zusammen, dem Kulturreferent Josef Barta, Judith Strohhofer (Leiterin Tourist-Information) und Helga Holzinger-Hilt angehören. Darüber hinaus sind nach derzeitigem Stand neun Arbeitsgruppen tätig. Nach dem offiziellen Startschuss durch den Stadtrat werden Bürgermeister Drexler zufolge die Planungen vorangetrieben: „Das läuft jetzt wie ein Uhrwerk.“ Nach Angaben von Barta finden demnächst Treffen mit den Wirten und den Vereinen statt. Zeitnah will die Stadt auch eine Nähstube einrichten, in der historische Gewänder produziert werden. Dafür werde man eventuell einen Raum anmieten, so Drexler.

Mit Blick auf das Kirchturm-Jubiläum will die Kommune auch die Türmerstube aufwerten. Dort verrichtete bis 1919 ein Türmer seinen Dienst. Die Räume rund 50 Meter über der Altstadt, die über 170 Stufen erreichbar sind, sollen „wohnbar“ gemacht werden, teilt Martin Drexler mit. Einen entsprechenden Beschluss habe der Lenkungsausschuss der Stadt gefasst. Die Türmerstube soll 2018 möbliert und mit Panorama-Infotafeln ausgestattet werden. Zumindest für die Zeit des Fests sucht die Kommune einen Türmer. Eine Herausforderung, die bis 2019 zu lösen ist: In den Räumen fehlt eine Toilette. Aber auch dieses Problem werde man lösen, merkt der Bürgermeister an.

Unklar ist noch, in welcher Funktion Horst Seehofer die Wemdinger in zwei Jahren beehrt – als amtierender bayerischer Ministerpräsident oder als Politik-Rentner. Bekanntlich hat Seehofer noch nicht verraten, ob er bei der Landtagswahl 2018 noch einmal antritt.

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Ein Artikel von
Wolfgang Widemann

Donauwörther Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Donauwörth


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